Ortseingang: In dieser Siedlung starb der Paderborner Pawel Iljenko bei einem Polizeieinsatz. - © Andreas Frücht
Ortseingang: In dieser Siedlung starb der Paderborner Pawel Iljenko bei einem Polizeieinsatz. | © Andreas Frücht

Kreis Gütersloh Mastholter Todesfall - Medienanwalt kritisiert Bielefelder Behörden

Keine Antworten: 50 Fragen, die den ermittelnden Behörden im Fall um den Tod des Paderborners Pawel Iljenko zugesendet wurden, bleiben erneut unbeantwortet. Der Medienanwalt der NW sieht darin eine mangelnde Differenzierung

Benedikt Schülter

Kreis Gütersloh. "Tod in Mastholte: Mehr Fragen als Antworten", so der Titel des NW-Artikels vom 21. Juli. Bis jetzt gilt dieser Stand der Ermittlungen, um den Fall des nach einem Polizeieinsatz gestorbenen Paderborners Pawel Iljenko, noch immer. Medienanfragen, die etwas Licht ins Dunkel bringen wollen, werden von den zuständigen Behörden so gut wie nicht beantwortet. Aus diesem Grund entschied sich die NW ein weiteres Mal dazu, einen Fragekatalog zu erstellen, der der Bielefelder Staatsanwaltschaft, dem Bielefelder Polizeipräsidium und dem NRW-Justizministerium zugesendet wurde. Mit der Bitte, diesen bis gestern zu beantworten. Doch als Antwort auf die 50 Fragen, zusammengefasst in fünf Komplexen, kam lediglich eine dürre E-Mail der zuständigen Bielefelder Staatsanwältin Claudia Bosse. Darin heißt es wortwörtlich: "Wie Ihnen bereits Herr Staatsanwalt Walter mitgeteilt hat, können wir derzeit über die bereits veröffentlichten Informationen hinaus, welche teilweise die aufgeworfenen Fragen auch schon beantworten, keine weiteren Presseauskünfte geben, da das Ergebnis der noch laufenden Ermittlungen anderenfalls gefährdet würde. Wir werden unseren Auskunftspflichten nachkommen, sobald die Voraussetzungen hierfür gegeben sind". Diese Stellungnahme ist dem Medienanwalt der Neuen Westfälischen, Ralf Petring, nicht ausreichend genug. Es werde nicht "differenziert", sondern "pauschal" seitens der Staatsanwaltschaft agiert, sagt Petring. Die Beantwortung aller Fragen würden, laut der E-Mail der Staatsanwältin, die Ermittlungen gefährden. Aber dieses Argument könne man nicht pauschal auf die 50 Fragen anwenden. Beispielsweise sollten die Behörden schon beantworten, ob die im Todesfall involvierten Polizeibeamten noch im Dienst seien. Außerdem sollte die Staatsanwaltschaft, laut Anwalt Petring, Auskunft darüber geben, wann und durch wen der Rettungswagen gerufen wurde und wann und durch wen der Notarzt alarmiert wurde. Interessant sei darüber hinaus auch die Frage, warum ausgerechnet das Polizeipräsidium Bielefeld gegen die ihm zugeordneten Polizeischüler ermitteln würde. Schließlich ist es üblich, dass eine Fremdbehörde bei Ermittlungen gegen Polizisten eingeschaltet würde. ¦ Kennzeichen GT

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