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Mysteriös: An der Stelle wo Pawel Iljenko starb, stehen Blume und Kerzen. Sein Tod gibt weiterhin Rätsel auf. - © Andreas Frücht
Mysteriös: An der Stelle wo Pawel Iljenko starb, stehen Blume und Kerzen. Sein Tod gibt weiterhin Rätsel auf. | © Andreas Frücht

Kreis Gütersloh Tod nach Polizeieinsatz in Mastholte: Ermittlungen gegen Polizeischüler

Pikant: Bei einem Polizeieinsatz in einem Wohngebiet starb der Paderborner Pawel Iljenko. Außer gegen die Kommissaranwärter richten sich die Ermittlungen gegen drei Beamte der Wache Rheda-Wiedenbrück

Benedikt Schülter
07.08.2018 | Stand 05.10.2018, 16:15 Uhr

Kreis Gütersloh. Im Fall des in einem Wohngebiet in Rietberg-Mastholte bei einem Polizeieinsatz gestorbenen Pawel Iljenko ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen zwei Polizeischüler. Das gab das Polizeipräsidium Bielefeld auf Nachfrage der NW bekannt. Es ist die zuständige Ausbildungsbehörde der Kommissaranwärter. Außerdem richtet sich zumindest ein Anfangsverdacht gegen drei Beamte der Polizeiwache in Rheda-Wiedenbrück. Auch gegen sie wird ermittelt. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen dürfen die Polizeischüler ihre Ausbildung weiter fortsetzen. Doch: „Eine erneute Bewertung unter beamtenrechtlichen Gesichtspunkten erfolgt mit Fortgang der Ermittlungen spätestens nach Abschluss des staatsanwaltlichen Verfahrens", schreibt Polizeisprecherin Sonja Rehmert auf NW-Anfrage. Rolle der Beamten und Polizeianwärter bleibt unklar Dass ausgerechnet die Bielefelder Behörde das Verhalten ihrer Polizeianwärter prüft, ist pikant. Denn üblicherweise ermittelt bei Verfahren gegen Polizisten eine fremde Behörde. Im Falle der Beamten aus der Rheda-Wiedenbrücker Wache überlässt die Kreispolizeibehörde Gütersloh die Ermittlungen dem Polizeipräsidium in der Nachbarstadt. Ob die Polizisten der Wache in Rheda-Wiedenbrück weiterhin ihren Dienst verrichten ist unklar. Die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Gütersloh war am Abend für Nachfragen nicht mehr zu erreichen. Diese verweist aber bei Presseanfragen zu dem Fall grundsätzlich an die ermittelnde Polizeibehörde in Bielefeld. Diese äußert sich wiederum nicht „zu beamtenrechtlichen Maßnahmen gegen weitere am Einsatz beteiligte Polizeibeamte, die der Kreispolizeibehörde Gütersloh angehören", wie Pressesprecherin Sonja Rehmert mitteilte. In jedem Fall bleibt die Rolle der Beamten und Polizeianwärter bei dem mysteriösen Einsatz in der Schillerstraße in Mastholte unklar. Nach NW-Informationen sollen beteiligte Polizisten gegenüber ihrem Dienstgruppenleiter Zweifel über ihr Vorgehen bei dem Einsatz geäußert haben. Auch das Verhalten der Anwohner ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen Auch das Verhalten der Bewohner der Schillerstraße an jenem verhängnisvollen 9. Juli ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Diese werden für die nächsten drei Wochen von einer neuen Staatsanwältin geleitet. Da sich Staatsanwalt Veit Walter (39) in den Urlaub verabschiedet hat, hat die 31-jährige Claudia Bosse den Fall übernommen. Sie wolle sich jetzt erst einmal ein genaues Bild des Falles machen, sagte sie gegenüber der NW. Damit dürfte sie in den nächsten Wochen viel Arbeit haben. Denn weiterhin scheint es mehr Fragen als Antworten in diesem Fall zu geben.

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