Gestoppt: Das Vorhaben an der Kaiserstraße. - © Andreas Frücht
Gestoppt: Das Vorhaben an der Kaiserstraße. | © Andreas Frücht

Gütersloh. Bauamt verhindert Außengastronomie an der Kaiserstraße in Gütersloh

Der Betreiber ist empört, das Bauamt sieht sich im Recht

Oliver Herold
Christian Meinholz

Gütersloh. Es hätte alles so schön werden können: 32 Tonnen Sand, Palmen, Liegestühle und Sitzsäcke, dazu leise Hintergrundmusik - Leute, die das Flair einer Beach Bar als Möglichkeit für eine kurze Alltagsflucht in Betracht ziehen, hätten an der Kaiserstraße gegenüber dem Schrottplatz und der Diskothek Hangover einen Rückzugsort nach ihren Vorstellungen finden sollen. Die Eröffnung war für Anfang Juli fest eingeplant - doch jetzt öffnet erst einmal gar nichts.Betreiber Abdul Yelman fühlt sich von der Stadt verschaukelt und ist sauer. Seiner Schilderung zufolge hat es schon vor Wochen mit Mitarbeitern des Bauamtes eine Ortsbegehung auf der vom Hangover als Parkplatz genutzten Fläche gegeben, in deren Verlauf er mündlich eine Zusage erhielt, insofern er bestimmte Auflagen erfülle. So habe er im Sinne der Stadt unter anderem ein kostspieliges Lärmschutzgutachten durch die Dekra erstellen lassen, um keine zusätzliche Belastung für den eh schon lauten Bereich der Kaiserstraße mit Schrottplatz, Spielhalle und Diskothek in direkter Nachbarschaft der Anwohner darzustellen. Die Strandbar hätte maximal 50 Sitzplätze gezählt, Musik wäre nur in der Zeit zwischen 16 und 22 Uhr gespielt worden. Keine gewerbliche Nutzung für das Areal Jedoch seien diese Vorleistungen dann doch nicht ausreichend gewesen. Das Bauamt habe Yelman schließlich erklärt, dass der Bereich des Parkplatzes als Allgemeines Wohngebiet gelte und daher keine gewerbliche Nutzung des Areals gestatte. Er ist empört und kann nicht verstehen, wie die Stadt zu ihrer Ansicht gelangt ist, nachdem sie vorher keine Einwände gehabt habe. "Meiner Meinung nach ist die Parkplatzfläche vielmehr als gemischt genutzte Baufläche zu sehen, auf der neben privater Nutzung auch eine gewerbliche stattfinden kann." Die Stadt selbst will von alledem nichts wissen. In einer Stellungnahme des Bauamtes per E-Mail heißt es auf NW-Nachfrage, "derzeit liegt für die Beach Bar kein formeller Antrag in Form einer Bauvoranfrage oder eines Bauantrags vor." Und weiter: "Es wurden bisher nur Vorgespräche geführt, auf deren Basis aber keine abschließende und rechtsverbindliche Entscheidung getroffen werden kann." Yelmann wiederum habe von einem vorab zu stellenden Bauantrag nichts gewusst, werde diesen aber jetzt einreichen. "Wir lassen nicht locker, denn wir wollen die Beach Bar auf jeden Fall eröffnen", sagt er. "Wenn nicht dieses Jahr, dann nächstes." Schließlich habe er in das Projekt schon reichlich Geld gesteckt - und mehr als 600 Like-Herzen auf Facebook hätten sein Anliegen untermauert.

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