Markant: Die einstige Wäschefabrik dient derzeit als städtische Unterkunft. Innen wurde sie mehrfach umgebaut. - © Andreas Frücht
Markant: Die einstige Wäschefabrik dient derzeit als städtische Unterkunft. Innen wurde sie mehrfach umgebaut. | © Andreas Frücht

Gütersloh Bürgerantrag zum Erhalt des städtischen Altenheims wird neu verhandelt

Abriss des Altenheims ausgeschlossen

Rainer Holzkamp

Gütersloh. Wenn jemand für eine Überraschung gut ist, dann der planungspolitische Sprecher der UWG. Norbert Bohlmann trat den Beweis dafür jetzt erst wieder in der Sitzung des Planungsausschusses an, als ein Bürgerantrag zum Erhalt des ehemaligen städtischen Altenheims diskutiert wurde. Er erwarte, sagte Bohlmann, dass die Stadt die Immobilie bei einem späteren Verkauf in zwei Versionen ausschreibe - zum einen mit Erhalt des Gebäudes und zum anderen mit Abriss und Neubau. Letztes sei für Investoren wesentlich interessanter. Damit hatte niemand gerechnet. Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) zeigte sich "total erstaunt" ob des Vorstoßes, Norbert Morkes (BfGT) gar "erschrocken". Und auch Stadtbaurätin Nina Herrling räumte ein: "Wir haben das immer so verstanden, dass das Gebäude erhalten bleibt, und einen Abriss überhaupt nicht in Betracht gezogen." Diese Haltung wurde per Beschluss sicherheitshalber noch einmal deutlich bekräftigt. Außer dem UWG-Vertreter stimmten alle anderen Ausschussmitglieder dafür, dass ein Erhalt des Gebäudes, insbesondere der Fassade, über eine privatrechtliche Vereinbarung zwischen der Stadt und einem späteren Erwerber sichergestellt wird. Der von Margret Arning, Dietmar Buschmann und dem früheren Vorsitzenden des Gestaltungsbeirats, Thomas Spooren, unterzeichnete Bürgerantrag zielte zwar an erster Stelle auf eine Unterschutzstellung des Altenheims hinaus. Doch der städtische Experte Ulrich Paschke erläuterte, dass aufgrund mehrfacher baulicher Veränderungen kein Denkmalwert bestehe. Das hätten mehrere gemeinsame Untersuchungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege gezeigt. Allerdings zähle der markante rote Backsteinbau zur erhaltenswerten Bausubstanz. Ein entsprechender Eintrag im Denkmalpflegeplan der Stadt sei vorhanden. Das Gebäude an der Ecke Kaiserstraße/Friedrich-Ebert-Straße gegenüber der Volksbank wurde im Jahr 1923/24 nach den Plänen des Architekten Ernst Sommerlad ursprünglich als Wäschefabrik der Firma Lepper & Oesterhelweg errichtet. Später wurde es auf andere Weise genutzt. Derzeit dient es als städtische Unterkunft. Im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Quartiers Kaiserstraße mit dem ehemaligen Möbelhaus Wellerdiek wurde in den vergangenen Jahren des öfteren über eine neue Nutzung diskutiert. Unter anderem war ein Center der Lebenshilfe-Kreisvereinigung geplant. Doch dies stellte sich für die Organisation als zu teuer heraus.

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