„Richtig was los hier in Gütersloh": Jamie-Lee(Kriewitz) zeigte sich beeindruckt. 2016 vertrat die 20-Jährige die deutschen Farben mit mäßigem Erfolg beim Eurovision Song Contest in Schweden. In Gütersloh bekam sie von allen Besuchern die volle Punktzahl. - © Jens Dünhölter
„Richtig was los hier in Gütersloh": Jamie-Lee(Kriewitz) zeigte sich beeindruckt. 2016 vertrat die 20-Jährige die deutschen Farben mit mäßigem Erfolg beim Eurovision Song Contest in Schweden. In Gütersloh bekam sie von allen Besuchern die volle Punktzahl. | © Jens Dünhölter

Gütersloh Berliner Platz: Die TOGGO-Tour gastierte mitten in Gütersloh

Fernsehen zum Anfassen

Jens Dünhölter

Gütersloh. Hysterische Schreie ertönten am Samstag auf dem Berliner Platz. Die weiblichen Fans vor der Bühne waren aus dem Häuschen als der „deutsche Justin Bieber" in Person von Ignatius „Iggi" Kelly (14) aus der dritten Generation der singenden Großfamilie seinen Song anstimmte. Tour-Managerin Ariane Hilgefort schätzte die Besucherzahl angesichts des guten Wetters zunächst auf „etwa 20.000" Derweil gönnte sich seine Vorgängerin auf der Bühne Jamie-Lee Kriewitz (20) – besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Jamie Lee – zwischen zwei Auftritten eine Pause. Nachdem sie sich in einem Bekleidungsgeschäft flott mit einem luftigen Oberteil eingedeckt hatte („Für so ein Wetter wie heute bin ich zu dick angezogen") machte sich die 2015 gekürte Gewinnerin des Gesangswettbewerbes „The Voice of Germany" auf dem Straßen-Pflaster sitzend über eine Tüte Pommes-Frites her. Viel Ruhe bekam die deutsche Stimme vom Eurovision Song Contest 2016 in Schweden dabei nicht. Binnen weniger Minuten war die 20-Jährige von kleinen Autogramm-Jägern umringt, schrieb geduldig Unterschriften, machte Selfies. Wer kein Glück hatte, einen der lebendigen Stars des Wochenendes bei einer Pause zu treffen, kam bei der Premiere der TOGGO-Tour in Gütersloh trotzdem, auf seine Kosten. Seit der Erstausstrahlung 2001 tourt der zur Bertelsmann-Gruppe gehörende Fernsehsender Super RTL mit seinen speziell für die allerjüngsten Fernsehkonsumenten konzipierten Idee vom „Fernsehen zum Anfassen" mit Figuren, Walking Acts, Spiel, Sport, Spaß quer durch die Republik. Auf Initiative des Gütersloher Medienkonzernes und der Stadt Gütersloh macht der von Tour-Managerin Ariane Hilgefort geleitete gut 70-köpfige Dauerbespaßungstross mit 15 Spielinseln, Aktionsbühne, Showeinlagen, Erlebniswelten, Spieleparcours, Live-Musik, Woozle Tour Quiz, Danceworkshop, GEOlino-Bilder-Quiz, dem Drachen Ohnezahn und weiteren Attraktionen Samstag und Sonntag Station an der Dalke. Das komplette Berliner-Platz-Areal verwandelte sich zwei Tage von jeweils 11 bis 18 Uhr in den größten, best ausgestatteten Freiluftabenteuerspielplatz im Kreis. Tour-Managerin Ariane Hilgefort schätzte die Besucherzahl angesichts des guten Wetters zunächst auf „etwa 20.000". Es wurden laut Bertelsmann-Angaben von Sonntag tatsächlich doppelt so viele. Beim musikalischen Höhepunkt, dem Auftritt der Gruppe Feuerherz am Sonntagnachmittag gab es jedenfalls kein Durchkommen mehr. Alleine der Eröffnungsfeier am Samstagmorgen wohnten nach Schätzungen gut 2.000 Eltern mit ihren mächtig aufgeregten Kindern bei. Immanuel Hermreck, Personalvorstand von Bertelsmann sagte in diesem Rahmen:„ Wir sind begeistert dabei zu sein. Vielen Dank an all die wunderbaren Menschen und Figuren, die hier mitwirken." Die Sache mit dem „ganzen Tag" wurde bei den Erwachsenen schon mal zur Nervenprobe Begeisterung war auch ein gutes Stichwort für Jamie Lee. Ehe sie sich nach ihrem ersten von insgesamt vier Auftritten vom Balkon über der Bühne einen Blick auf das zweifelsohne imposante Gesamtgeschehen verschaffte, gab sie ihre Eindrücke wider: „Es war richtig was los hier in Gütersloh. Alle haben mitgemacht, das war beeindruckend, hat super viel Spaß gemacht. Alle haben ganz viel Bock, ihre Zeit hier zu verbringen". Aus der Sicht der Musikerin stellte sich das Erfolgsgeheimnis des zweitägige Spielparadieses sehr einfach dar: „Es ist die einzige Tour in Deutschland, die nur für Kinder ist. Hier können Kinder einen ganzen Tag mit Musik, Spielen, Toben und Spaß verbringen. So etwas gibt es in Deutschland sonst nicht". Die Sache mit dem „ganzen Tag" wurde bei den Erwachsenen schon mal zur Nervenprobe. Es gab allerlei kontroverse Diskussionen mit den zwei üblichen Sätzen mit „Es-reicht-jetzt" gegen „Ich-will-aber-noch-bleiben". Traurig waren an diesem Wochenende wohl nur die deutschen Fußballfans, die sich – wäre alles glatt gelaufen – auf ein anderes großes Ereignis gefreut hatten. Nach Auskunft von Bertelsmann-Sprecher Jan Hölkemann sollte der TOGGO-Tour-Auftakt am Samstag ursprünglich das Aufwärmen für das Public Viewing vor dem Theater bilden. „Wir wollten bis 18 Uhr hier bleiben, anschließend rüber gehen und Fußfall schauen. So war der Plan." Den Nachwuchs focht die Pleite keine Sekunde an. Ging es nach Leidenschaft und Begeisterung hat die TOGGO-Tour den Fußball am Wochenende vernichtend geschlagen.

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