HIstorisch: Der Erhalt der Gebäude am Gütersloher Flugplatz soll noch einmal geprüft werden. - © Rainer Holzkamp
HIstorisch: Der Erhalt der Gebäude am Gütersloher Flugplatz soll noch einmal geprüft werden. | © Rainer Holzkamp

Gütersloh Flugplatz: Erhalt des Kasinos soll noch einmal geprüft werden

Beobachter glauben jedoch nicht, dass von den Abrissplänen noch abgerückt wird

Rainer Holzkamp

Gütersloh. Auch wenn die Bezirksregierung das frühere Offizierskasino sowie die umliegenden sechs Unterkunftsgebäude und die dazu gehörigen Grünflächen nicht für denkmalwert erachtet, soll ein Erhalt geprüft werden. Das sagte Stadtbaurätin Nina Herrling im Hauptausschuss. Falls sich eine adäquate Nachnutzung ergebe, müsse durch die Gewerbepark Flugplatz GmbH der Gebäudewert an die BImA bezahlt werden, bestätigte Bürgermeister Henning Schulz einen NW-Bericht von vorigem Freitag ("Totalabriss am Flugplatz geplant"). Jetzt sollten noch keine Pflöcke eingeschlagen werden. Charakteristische Dinge auf dem Flugplatz sollten unbedingt erhalten werden, meinte hingegen Raphael Tigges (CDU), und zwar mehr als nur ein symbolisches Maschinenteil oder ein Schornstein, spielte der Landtagsabgeordnete auf das frühere Wirus-Gelände an der Holzstraße und das ehemalige Bartels-Areal an, wo lediglich kleinere Reliquien übrig geblieben sind. Es sei in Gütersloh schon so vieles an Gebäudesubstanz abgerissen worden, da sollte man an dieser Stelle historisch enorm wichtige Teile der Stadtgeschichte der Nachwelt erhalten, sagte Tigges. Verhandlungen kommen nicht voran Beobachter glauben jedoch nicht, dass von den Abrissplänen noch abgerückt wird. Die Überlegungen der Stadt und der GmbH gingen klar in eine andere Richtung. Freilich kommen die Verhandlungen mit der BImA nicht recht voran. Die Bundesanstalt vertritt dem Vernehmen nach die Auffassung, dass ein vollständiger Abriss der Gebäude nichts mehr mit Konversion zu tun habe. Die andere Seite beharrt jedoch auf ihrer Position und will nicht mehr als einen symbolischen Euro für die Flugplatzflächen bezahlen. Um eine Lösung herbeizuführen, will der Bürgermeister nun versuchen, den obersten Chef der BImA an den Verhandlungstisch zu holen. Unterdessen ist der geänderte Regionalplan für die Bereiche nördlich der Bundesstraße 513 (Marienfelder Straße) mit der Parsevalsiedlung auf Gütersloher Gebiet und den Sportflächen der Briten auf Harsewinkeler Seiten wirksam geworden. Für das geplante Gewerbegebiet dort werden laut Stadtbaurätin nun die nächsten Planungsschritte eingeleitet.

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