Initiator: David Gwizdz hat die Idee für die Calisthenics-Anlage in den Ausschuss gebracht. Der 25-Jährige zeigt, dass man überall trainieren kann - hier im Urlaub in Danzig. - © Gwizdz
Initiator: David Gwizdz hat die Idee für die Calisthenics-Anlage in den Ausschuss gebracht. Der 25-Jährige zeigt, dass man überall trainieren kann - hier im Urlaub in Danzig. | © Gwizdz

Gütersloh Das Fitness-Studio im Freien

Lifestyle: In Mohns Park wird gerade eine Calisthenics-Anlage gebaut. Bei dem Trend verliert sogar die Sprossenwand ihren Schrecken

Anja Hustert

Gütersloh. Alles begann in den USA: Um die Jahrtausendwende entstanden in New York diverse Sportparks, in denen Menschen fernab von Fitnessstudios trainieren konnten. Calisthenics heißt die neue Trendsportart, die ein wenig an die Trimm-Dich-Pfade der 70er Jahre erinnert. Derzeit wird in Mohns Park eine Calisthenics-Anlage errichtet. "In Bielefeld, Paderborn und Delbrück gibt es ebenfalls Calisthenics-Anlagen" "Im Moment laufen die Erdarbeiten", sagt David Gwizdz. Der 25-jährige Student der sozialen Arbeit ist Mitglied des Vereins Calisthenics and Street Lifting Community OWL (CALI 16). Er hatte vor gut einem Jahr einen Bürgerantrag für die Errichtung der öffentlich zugänglichen Sportanlage eingereicht. Der Kreis der potenziellen Nutzer sei groß, schrieb Gwizdz; neben Hobbyathleten und Feierabendsportlern gebe es eine Reihe von Vereinen, die Interesse daran hätten. Der Ausschuss für Umwelt- und Ordnung befürwortete den Antrag. Die Anlage, neudeutsch gerne auch als Street-Workout bezeichnet, sei eine sinnvolle Ergänzung der anderen Sportangebote in Mohns Park. Allerdings wollte die Stadt nur die Hälfte der auf 45.000 Euro bezifferten Kosten tragen, die übrigen 50 Prozent sollten die Antragsteller beziehungsweise Sponsoren tragen. "Die Gruppe ist super engagiert und hat einen deutlichen Beitrag geleistet", freut sich Bernd Winkler, Leiter des städtischen Fachbereichs Grünflächen. Allein 10.000 Euro, so Gwizdz, gibt die Bürgerstiftung dazu, Bertelsmann habe ebenfalls 500 Euro Unterstützung zugesagt, und die Bürger für Gütersloh (BfGT) erklärten sich bereits in der Umweltausschusssitzung bereit, ein Sportgerät beizusteuern. Sie beantragten auch noch einen weiteren Standort für eine Calisthenics-Anlage entlang der Dalke-Promenade. Calisthenics sind Sportübungen mit dem eigenen Körpergewicht - am bekanntesten sind Liegestütze, Klimmzug, Kniebeuge oder Handstand. Die Sprossenwand, Schrecken des schulischen Turnunterrichts, avanciert zum angesagten Fitnessgerät. Es fließen Elemente aus Turnen, Yoga, Aerobic oder Bodybuilding ein, und die Anhänger treffen sich gerne, verabredet über soziale Netzwerke, zu gemeinsamen Übungen. Sie schätzen den offenen, kosten- und zwanglosen Charakter ihres Sports. "Es spricht alle Generationen an", so Gwizdz. Jede Übung könne dem Leistungsvermögen angepasst werden. Der Student rechnet damit, dass die Gütersloher Anlage in Mohns Park Ende des Monats fertiggestellt werden kann Es gehe nicht nur um die Förderung der Fitness-Jugendkultur, obwohl der Calisthenics Park auch mit Blick auf die steigenden Studierenden-Zahlen in Gütersloh eine zukunftsweisende Investition sei. Bundesweit nimmt die Zahl der Trainingsgeräte im Freien weiter zu. Im Kreis Gütersloh hat die Gemeinde Steinhagen bereits ein Angebot, in Verl liegt ein weiterer Bürgerantrag von CALI 16 vor. "In Bielefeld, Paderborn und Delbrück gibt es ebenfalls Calisthenics-Anlagen", so Gwizdz. Ende vergangenen Jahres sei in Detmold mit 360 Quadratmetern und 14 Geräten eine der bundesweit größten Anlagen an den Start gegangen. Der Student rechnet damit, dass die Gütersloher Anlage in Mohns Park Ende des Monats fertiggestellt werden kann. "Das hängt vom Wetter ab - das Gießen des Fallschutzes dauert beispielsweise zwei Tage", sagt er. Mitte/Ende August könne dann die Anlage mit einer kleinen Feier eröffnet werden. Dann werden neben dem zehnköpfigen Gütersloher Team auch andere Communities ihr Können zeigen und sich in kleinen Wettkämpfen messen.

realisiert durch evolver group