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Das ist doch mal ein Fingerzeig: Die Stadt legt für die Digitalisierung des Unterrichtes ein weitreichendes Konzept vor. - © andreas frücht
Das ist doch mal ein Fingerzeig: Die Stadt legt für die Digitalisierung des Unterrichtes ein weitreichendes Konzept vor. | © andreas frücht

Gütersloh Stadt drückt beim IT-Ausbau an Schulen aufs Tempo

Die Systembetreuung soll komplett an Dienstleister vergeben werden.

Ludger Osterkamp
08.06.2018 | Stand 08.06.2018, 11:21 Uhr

Gütersloh. Die Stadt drückt beim weiteren IT-Ausbau an Schulen aufs Tempo. Dabei will sie sogar das Risiko in Kauf nehmen, dass ihr staatliche Fördergelder entgehen. Unter anderem beinhaltet das Konzept, dass die Systembetreuung für sämtliche Schulen an einen externen Dienstleister übergeht – Mitte Juli wird der Stadtrat darüber entscheiden. FÖRDERMITTEL Es sei nicht absehbar, ob und in welchem Umfang Fördermittel für das Verlegen von Glasfaser fließen, so die Verwaltung. Längeres Warten sei daher wenig sinnvoll und zögere den Ausbau einer digitalen Infrastruktur nur hinaus. Bislang hat Gütersloh Anspruch auf 3,296 Millionen Euro aus dem Landesprogramm „Gute Schule"; dieses Geld fließt aber nicht in Breitbandkabel, sondern in den schulinternen WLAN-Ausbau. Weitere Bundes- oder Landesmittel sind aktuell unsicher; zudem besteht die Gefahr, dass die Stadt mit dem vorzeitigen Beginn nicht mehr förderberechtigt ist. Dennoch will sie nun loslegen. GLASFASERAUSBAU Die Stadt will alle Schulen an ein Breitbandnetz mit einer Up- und Downloadgeschwindigkeit von einem Gigabit je Sekunde anschließen; sollte das nicht reichen, könne man auf zehn Gigabit aufstocken, allerdings zu höheren Kosten. Die BITel stellt zwei getrennte Netze parat – eines für den pädagogischen und eines für den Verwaltungsbereich der Schule. Das Verlegen der Kabel übernimmt die Netzgesellschaft Gütersloh. Zeitplan: Als erstes werden die Grundschulen Isselhorst, Altstadt und Pavenstädt angebunden, ferner die Hauptschule Ost, die Elly-Heuss-Knapp-Schule, die Geschwister-Scholl-Schule, das Städtische Gymnasium, das Evangelisch Stiftische Gymnasium, die Anne-Frank- und die Janusz-Korczak-Schule – alle, sofern bislang nicht erfolgt, noch in diesem Jahr. Alle anderen Schulen seien 2019 dran. WLAN-AUSBAU Im Zuge der Bertelsmann-Spende für 1.000 Tablets sind die 17 städtischen Grundschulen in gewisser Weise schon mit Endgeräten und WLAN für mehrere Klassenräume versorgt. Der weitere Ausbau der Schulen erfolgt nun stufenweise. Haken: Da der Ausbau oft nur in den unterrichtsfreien Zeiten möglich ist, die Handwerkerfirmen zudem stark ausgelastet sind, zieht er sich über Jahre hin. Zeitplan: Für dieses Jahr sind folgende Schulen vorgesehen: Overberg, Isselhorst, Pavenstädt, Paul-Gerhardt, ferner erste Bauabschnitte am Schulzentrum Ost, am Städtischen Gymnasium, an der Anne-Frank- und an der Janusz-Korczak-Schule; beim Ausbau der dritten, noch namenlosen Gesamtschule erfolge das sowieso. Im kommenden Jahr stehen dann die Grundschulen Nordhorn, Josef, Große Heide, Blankenhagen und Kapellen auf der Liste, ebenso die beiden Gesamtschulen sowie das Städtische Gymnasium sowie die Schulen im Schulzentrum Ost. 2020 folgen die dritten Bauabschnitte an den beiden Gesamtschulen, erneut das Städtische, die Freiherr-vom-Stein-Schule sowie die Grundschulen Blücher, Neißeweg, Heidewald und Edith-Stein. 2021 und 2022 schließlich folgt der Abschluss an den beiden Gesamtschulen und am Städtischen. SOFTWARE Die am Städtischen Gymnasium, der Elly-Heuss-Knapp- und der Freiherr-vom-Stein-Schule bereits getestete Software Logodidact, die auch Bielefeld einsetzt, will die Stadt an allen Schulen installieren. Zeitplan: Den Anfang machen nach den Herbstferien die Gesamtschulen, später nach und nach alle anderen. Das Problem: In aller Regel ist der Systemwechsel nur während der Ferien möglich; die Stadt ist bestrebt, die Sache spätestens im Laufe des Jahres 2019 abgeschlossen zu haben. Voraussetzungen: Die mit der Systembetreuung beauftragten Firmen finden schnell genug Personal und die Absprachen zwischen Stadt und Firmen funktionieren reibungsfrei. Firmen: Anbieter von Logodidact ist die Firma SBE Networks. Sie ist für die Gütersloher Schulen eine Kooperation mit der Firma Regio IT eingegangen, die eine Niederlassung an der Carl-Bertelsmann-Straße unterhält; gemeinsam teilen sie sich die Aufgaben für Installierung, Qualifizierung des Personals, Betrieb, Wartung, Vor-Ort-Service, Weiterentwicklung, Support. SUPPORT Die Regio IT richtet für den Support dauerhaft vier Stellen ein; sie will damit auch für Ausfallzeiten wie Urlaub, Qualifizierung und Krankheit gewappnet sein. Jede Schule soll einen konkreten Ansprechpartner erhalten – was, so hofft die Stadtverwaltung, die Identifikation und das Problembewusstsein erhöht. Die Stadt nennt den Prozess der Vergabe der IT-Betreuung an einen externen Dienstleister „Roll-Out": Die Regio-IT-Leute sollen die Besonderheiten der Schule kennenlernen und mit den Begebenheiten vertraut gemacht werden. Durch die Vergabe ist es möglich, von den beiden im städtischen Stellenplan vorgesehenen zusätzlichen Stellen eine zu streichen – die andere werde zur Steuerung und Koordination weiterhin benötigt. HARDWARE Hier drückt sich die Stadtverwaltung noch vage aus. Die in den Schulen eingesetzten Rechner seien zum Teil veraltet und unterstützten die aktuelle Software nicht mehr. Damit Logodidact installiert werden könne, sei es erforderlich, „in größerem Umfang Hardware zu erneuern", heißt es in dem Papier der Stadt. Mit dem regulären Haushaltsansatz für das Medienbudget könne das nicht abgedeckt werden. „Es sind einmalig zusätzliche Mittel erforderlich, die gegenwärtig aber noch nicht exakt beziffert werden können", schreiben Bürgermeister Henning Schulz und Bildungsdezernent Joachim Martensmeier.

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