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Die "Binsenjungfer" ist im Kreis Gütersloh nur noch selten anzutreffen. - © CC0
Die "Binsenjungfer" ist im Kreis Gütersloh nur noch selten anzutreffen. | © CC0

Kreis Gütersloh Insektensterben: Wie es im Kreis Gütersloh darum steht und was Sie dagegen tun können

Beim "Insektensommer" können alle Kreis Gütersloher mitmachen

Amélie Förster
31.05.2018 | Stand 31.05.2018, 21:30 Uhr

Kreis Gütersloh. Das Bienensterben sorgt hierzulande immer noch für großen Aufruhr. Doch eigentlich geht es den Bienen, zumindest den Honigbienen hier in der Region, gut: "Der Winter war kalt und trocken. Die Völker haben sich in diesem Jahr gut entwickelt", sagt Frank Püchel-Wieling von der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld. Der studierte Biologe ist auf Vogelkunde und Insekten, also dem Hauptnahrungsmittel der Vögel, spezialisiert. Allerdings: "Insgesamt gibt es viel weniger Insekten." Bestätigt hat sich das durch die Untersuchung eines Kollege n von Püchel-Wieling anhand der Binsenjungfern: "Diese Libellenart ist in den stehenden Gewässern im Kreis Gütersloh fast gar nicht mehr anzutreffen." Zurückzuführen sei dies auf verschiedene Aspekte. Einer sei zum Beispiel die Wetterveränderung in den Jahreszeiten: "Das Frühjahr ist oft trocken, das sorgt dafür, dass die Kleingewässer im Kreis Gütersloh zu wenig Wasser führen." Seine Diplomarbeit hat Püchel-Wieling übrigens über Insekten in Kuhfladen verfasst. Auch hier habe sich eine Veränderung ergeben: "Fliegen leben auf und in Kuhfladen fast gar nicht mehr." Zurückzuführen sie dies, so der Biologe, zum Beispiel auf die verbesserten Medikamente für die Tiere. Diese würden noch im Dung der Tiere weiterleben. Das Insektensterben ist auch bei den großen Naturschutzorganisationen Thema, so zum Beispiel beim NABU, der zum 1. Juni für zehn Tage den ersten Teil des Insektensommers einläutet. Teilnehmen kann jeder, der Interesse hat mitzumachen. Eine Stunde lang werden dann Insekten an einem selbst ausgewählten Beobachtungsplatz gezählt. Auf der Website vom NABU wird erklärt wie's geht: Der Tag sollte sonnig, warm, trocken und windstill sein. Innerhalb einer Stunde notieren Sie alle Insekten, die Sie gefunden haben. Auch in Blumenöpfen, Bäumen oder unter Steinen darf gesucht werden. Zählen Sie bei fliegenden Insekten, wie Schmetterlingen oder Hummeln, alle gleichzeitig anwesenden Tiere. Nicht die Einzelbeobachtungen in Summe. Dh. taucht ein Pfauenauge auf, sollten alle in diesem Moment anwesenden Pfauenaugen gezählt werden. Sonst könnte es zwanzig Minuten später vielleicht noch einmal der gleiche Schmetterling sein. Das Gebiet sollte auf einen Umkreis von höchstens 10 Metern festgelegt werden. Auf der Aktions-Website vom Insektensommer vom NABU findet sich ein spezielles "Zählhilfe"-Formular zum Download. Dort sind einige Insektenarten, auf die bei der Zählung besonderen Wert gelegt werden sollte, bereits vermerkt. Dazu zählen unter anderem das Pfauenauge, der Admiral und die Steinhummel. Auch eine Bestimmungs-App wird am dem 1. Juni vom NABU bereitgestellt. "Aktionen wie den Insektensommer vom NABU finde ich super", sagt Püchel-Wieling. So bekomme man eine Menge Daten und es sei auch gut zu wissen, welche Insekten es vor der eigenen Haustür gebe. Wer selbst etwas bei sich Zuhause unternehmen wolle, sollte bereits beim Pflanzenkauf im Gartencenter genau hin gucken: "Idealerweise nimmt man dann auch schon die Pflanzen mit nach hause, auf denen Insekten zu finden sind."

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