Die Unternehmen können kommen: Ein neues Gewerbegebiet soll nach dem mehrheitlichen Willen des Stadtrates östlich der Straße Am Hüttenbrink entstehen. Noch werden die Flächen landwirtschaftlich genutzt. - © Foto: ANDREAS FRUECHT
Die Unternehmen können kommen: Ein neues Gewerbegebiet soll nach dem mehrheitlichen Willen des Stadtrates östlich der Straße Am Hüttenbrink entstehen. Noch werden die Flächen landwirtschaftlich genutzt. | © Foto: ANDREAS FRUECHT

Gütersloh Es wird konkret: Rat stimmt für Gewerbegebiet am Hüttenbrink

Mehrheitlich hat sich die Politik für den Hüttenbrink ausgesprochen. Aber es wurden einmal mehr auch kritische Töne laut

Rolf Birkholz

Gütersloh. Grünes Licht für Nobilia, Mestemacher, Wöstmann und andere: Die Unternehmen können für das Gewerbegebiet Hüttenbrink konkret planen. Mit den Stimmen von CDU, SPD und UWG und gegen die Voten von Bündnis 90/Die Grünen, BfGT und Linke beschloss der Rat der Stadt den dazu nötigen Bebauungsplan 175. Die Richtung hatte im Dezember der Planungsausschuss vorgegeben. Nachdem fünf Jahre lang um das Projekt gerungen worden war, war der Tagesordnungspunkt nun relativ schnell vom Tisch. Alle Fraktionen legten noch einmal knapp ihre Positionen dar. "Von Anfang an waren wir für den Bebauungsplan", stellte Nils Wittenbrink für die CDU fest. Maßnahmen zur Verkehrslenkung lassen sich lösen Es sei darum gegangen, ein Gewerbegebiet zu entwickeln und die Situation für die Bevölkerung zu verbessern. Man sei sicher, dass sich die Maßnahmen zur Verkehrslenkung (vorgesehen ist etwa Ableitung des Verkehrs aus dem Gewerbegebiet in Richtung Sürenheider Straße) nun umsetzen und die Lärmfrage lösen lasse. "Darauf bestehen wir", so Wittenbrink, "dass der Lärmschutz sichergestellt werden kann." Sollte sich die Lärmlage nicht bessern, könne auch unabhängig vom Bebauungsplan nachgebessert werden. Die SPD befürwortet den Bebauungsplan Ebenso klar befürwortete die SPD den Bebauungsplan. "Die Stadt braucht Gewerbeflächen", so Dr. Thomas Krümpelmann. Hier entstünden nun gut 20 Hektar. Weitere Möglichkeiten ergäben sich später an den ehemaligen Mansergh Barracks an der Verler Straße und auf dem einstigen Flughafengelände. Die Lärmproblematik für Spexard sei beherrschbar. Auch UWG-Vertreter Peter Kalley plädierte für die Beschlussvorlage. Er wies auf "Fehler der Vergangenheit" seitens der CDU bei der rechtzeitigen Entwicklung von Gewerbegebieten. Trotzdem stimme man nun zu, weil der Hüttenbrink die zurzeit einzig verfügbare Fläche sei. Solange wie die Verkehrsregelung nicht klar ist, verweigert die BfGT ihre Zustimmung "Wir Grüne sind für Gewerbeentwicklung", betonte deren Sprecherin Birgit Niemann-Hollatz. Doch hier vermissten sie unter anderem "guten Lärmschutz" und die Möglichkeit zum "Parken in die Höhe". Sonst hätte man dem Vorhaben "gerne zugestimmt". Die BfGT wiederum verweigerte ihr Ja vor allem wegen der aus ihrer Sicht ungelösten Verkehrsregelung. "Eine lange Diskussion geht zu Ende", sagte BfGT-Chef Norbert Morkes. "Die Verkehrsverhältnisse sind die Problematik bei diesem Gewerbegebiet." Man wisse nicht, was komme. Manfred Reese bezweifelt die Wirksamkeit der Lärmschutzpläne Für die Linke forderte Manfred Reese eine "vernünftige Planung". Doch: "Das ist nicht der Fall." Das sei man aber "der Bevölkerung schuldig". Reese bezweifelte eine genügende Wirksamkeit der Lärmschutzpläne und unterstellte, man gebe den "Profit-Interessen von Unternehmen" nach. "Ich wundere mich nur, wie hier ablehnend geredet wird", entgegnete der CDU-Fraktions-vorsitzende Heiner Kollmeyer und wies auf 300 neue Arbeitsplätze hin. Im Übrigen gebe es nun mal kein Gewerbegebiet ohne jegliche Verkehrsprobleme.

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