Eine Million Euro gibt's für den Studienstandort Gütersloh extra. Die wichtigste Entscheidung steht aber noch aus. - © Ludger Osterkamp
Eine Million Euro gibt's für den Studienstandort Gütersloh extra. Die wichtigste Entscheidung steht aber noch aus. | © Ludger Osterkamp

Gütersloh Die Fachhochschule Gütersloh bekommt eine Million extra

Geldsegen: Schwarz-gelbe Landtagsmehrheit sichert die weitere Entwicklung des Studienortes ab. Die Finanzspritze hilft, um die Zeit bis zu einer endgültigen Entscheidung über die zweite Ausbaustufe zu überbrücken

Gütersloh. Die Landtagsfraktionen der CDU und FDP haben sich darauf verständigt, dass das Land der Fachhochschule Bielefeld eine Million Euro zusätzlich für den Studienort Gütersloh überweist. Es handelt sich um eine Einmalzahlung 2018. Diese Mitteilung überbrachten gestern die heimischen CDU-Landtagsabgeordneten André Kuper und Raphael Tigges. Aufgrund der eigenen Mehrheit im Landtag und früherer Bekundungen der SPD gilt die Zahlung als sicher. Die neue Landtagsmehrheit sendet damit ein starkes Signal, dass ihr an dem Ausbau und der Zukunftsfähigkeit des Studienortes Gütersloh gelegen ist. Tigges und Kuper sagten, es gehe ihnen um Planungssicherheit. Es sei erforderlich, „stabile Rahmenbedingungen für die weitere Umsetzung des Gesamtkonzepts" zu schaffen. Damit ist gemeint, dass die Gütersloher FH dauerhaft mehr Mittel bekommt. Für den ersten Teil des Ausbaus stehen der FH gesichert 2,6 Millionen Euro jährlich zur Verfügung – das reicht für 650 Studienplätze und für den Aufbau weiterer Studiengänge. In der zweiten Stufe, mit dem Anbieten der Studiengänge auch in englischer Sprache, benötigt die FH die Zusage über weitere jährlich 5,6 Millionen Euro – diese insgesamt 8,2 Millionen Euro würden für 1.200 Studienplätze samt Mensa und Bibliothek reichen. Das Flöttmann-Gebäude ist zu klein Auf eine Genehmigung dieser zweiten Stufe hofft die Fachhochschule nach Angaben ihrer Präsidentin Ingeborg Schramm-Wölk „so früh wie möglich". Je eher man diese Zusage habe, desto größer sei die Planungssicherheit. Das wiederum sei wichtig, um eine endgültige Standortentscheidung treffen zu können. Das Flöttmann-Gebäude an der Schulstraße ist bekanntlich zu klein für die Unterbringung weiterer Studiengänge, schon jetzt, obwohl noch in der ersten Ausbaustufe, sucht die FH nach Ausweichmöglichkeiten. Eine von vielen Optionen innerhalb ihrer „Variantenanalyse" ist ein Gebäude im Quartier Gleis 13 an der Güterabfertigung. Doch auch das wäre, so Schramm-Wölk, nur als Übergangslösung zu sehen. Dass die schwarz-gelbe Landtagsmehrheit die FH-Pläne mit einer Million Euro zusätzlich unterstützt, sei ein „starkes Commitment", so Schramm-Wölk. „Das zeigt, dass wir mit unseren Plänen auf dem richtigen Weg sind." Landtagspräsident Kuper und Tigges, stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftsausschuss, sagten, das Geld diene der „Verbesserung der Infrastruktur und der Ertüchtigung des FH-Studienortes". Konkret seien damit auch bauliche Dinge gemeint, so Tigges – Anmietung von zusätzlichen Gebäuden, Ausstattung von Seminarräumen. Man wolle mit dem Extra-Zuschuss stabile Rahmenbedingungen schaffen, um die Voraussetzung für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes, der großen Lösung, zu schaffen. Wann der Beschluss getroffen wird, ist noch unklar Wann der dafür benötigte Beschluss getroffen wird, ist freilich noch unklar – die Aufwertung des „Studienortes" zu einem „Standort" muss gesetzlich festgeschrieben werden. Läuft es gut, steht es ab Sommer in dem dann geänderten Hochschulgesetz drin, aber sicher ist das nicht. Bürgermeister Henning Schulz und Landrat Sven-Georg Adenauer zeigten sich optimistisch. Schulz sagte, die Nachricht aus Düsseldorf sei „ein Beleg dafür, dass die Kooperation mit der FH Bielefeld und die Verknüpfung von Studium und Berufspraxis ein ausbaufähiges Erfolgsmodell ist." Dass in dem Votum von CDU und FDP ein Hinweis auf die Fortschreibung in den Folgejahren „mit weiteren Mitteln und Beschlüssen" enthalten ist, werten Stadt und Kreis als ein gutes Signal. Aktuell sind 260 Studenten in Gütersloh eingeschrieben. Zum Wintersemester nahmen vier neue Studiengänge ihren Betrieb auf, die nun nach und nach aufgefüllt werden. Unternehmen, Stadt und Kreis unterstützen den Studienort mit Stiftungsprofessuren einschließlich Mitarbeiterstellen: Aktuell tragen sie 430.000 Euro pro Jahr bei, weitere 210.000 Euro pro Jahr sind zugesagt.

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