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Ein Bierchen auf der Bank: Trotz des Verbots wird im Weberei-Park weiterhin Alkohol getrunken. - © Andreas Frücht
Ein Bierchen auf der Bank: Trotz des Verbots wird im Weberei-Park weiterhin Alkohol getrunken. | © Andreas Frücht

Gütersloh Alkoholverbot: Kontrollen im Weberei-Park sind kniffelig

Eigentlich sollte die Gründanlage inzwischen eine alkoholfreie Zone sein

28.10.2017 | Stand 27.10.2017, 19:32 Uhr |

Gütersloh. Selbst bei schlechtem Wetter lässt der Andrang in dem kleinen Park hinter der Weberei nicht nach. Die Rede ist nicht von Familien, die den Spielplatz besuchen, sondern von Trinkern, die eigentlich seit Mai dort offiziell nicht mehr erwünscht sind. Vor etwa fünf Monaten ließ die Stadt Gütersloh die Schilder für das Alkoholverbot dort aufstellen. Anlass waren vermehrte Beschwerden, erklärte Thomas Habig, Leiter des städtischen Fachbereichs Ordnung, damals - Lärm, Dreck und öffentliches Urinieren, aber auch Scherben auf dem Spielplatz ärgerten die Besucher des Parks. Für das Ordnungsamt war damit eine Grenze überschritten. Ein Verbot wurde erteilt und Kontrollen über die Einhaltung wurden angekündigt. Die habe es auch gegeben, bestätigt Maria Rolfes, stellvertretende Leiterin im Fachbereich Ordnung. Der zuständige Sachgebietsleiter Volker Kiewert ergänzt: "Anfangs haben wir es bei mündlichen Verwarnungen belassen." Nachdem sie erfolglos blieben, sollten Platzverweise folgen. Kniffelig, denn "unter Alkoholeinfluss zeigten sich viele nicht gerade einsichtlich", erläutert Kiewert. An Ausreden mangelt es nicht. Und auch nicht an Verstecken: Der Alkohol werde beispielsweise in Tetrapaks gefüllt oder im Rucksack verborgen. "Entweder sie reden einen schwindelig oder sie kreisen die Mitarbeiter ein." Eine Situation, die bei einer 15 bis 20 Personen starken Gruppe, für die zu zweit eingesetzten Mitarbeiter des Ordnungsamtes unangenehm wird. Hinzukommt, dass nicht nur Alkoholabhängige sich im Park aufhalten, sondern auch Drogenkonsumenten: "Sie pflegen einen anderen Umgang." Die Kontrollen sind seltener geworden, "aber sie werden mit mehr Engagement durchgeführt", sagt Kiewert. Etwa vier Mitarbeiter des Ordnungsamtes und zwei Polizisten schließen sich zusammen, wenn es gezielt in den Weberei-Park geht. "Platzverweise lassen sich nur mithilfe der Polizei umsetzen. Anders funktioniert es nicht." Als Erfolg der Mühen stellt Kiewert einen Verdrängungseffekt fest. Manche Trinker haben neue Orte gefunden, zum Beispiel die Bänke am Konrad-Adenauer-Platz. Gegen das gesellige Trinken an solchen Orten habe das Ordnungsamt nichts, solange der Abfall im Anschluss weggeräumt werde. Auch an anderen Hotspots wie dem Stadtpark und dem Mohnspark ist das erlaubt, solange der Müll im Anschluss weggeräumt wird. "Als sich die Szene an der Martin-Luther-Kirche getroffen hat, haben wir extra einen Abfallbehälter aufgestellt", erinnert Kiewert. Trotzdem zog die Gruppe weiter, erst hinter die Stadtbibliothek und dann in den Weberei-Park. "Vielleicht, weil wir sie im Zuge der Innenstadtpräsenz immer wieder aufgefordert haben, ihren Müll wegzuräumen."

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