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Sanierungsbedarf: In das Theater Gütersloh muss investiert werden. - © Jens Reddeker
Sanierungsbedarf: In das Theater Gütersloh muss investiert werden. | © Jens Reddeker

Gütersloh Technik im Theater Gütersloh wird modernisiert

Die Stadt hat in ihrem Haushaltsentwurf berücksichtigt, dass manche Technik schon wieder veraltet ist. Ein Teil des Geldes fließt in die Erweiterung des Lautsprechersystems

Ludger Osterkamp
11.10.2017 | Stand 10.10.2017, 20:23 Uhr |

Gütersloh. Sieben Jahre nach der Eröffnung entsteht am Theater so langsam erster Erneuerungsbedarf. Über den durchlaufenden Posten von 75.000 Euro pro Jahr hinaus will die Stadt in den nächsten drei Jahren 365.000 Euro in das Gebäude investieren. Das meiste davon fließt in die Erneuerung technischer Anlagen, aber auch ein neuer weißer Anstrich ist bald fällig. Tonanlage 100.000 Euro fließen in das Lautsprechersystem im Großen Saal. Der Fachbegriff dafür lautet "Line Array": Eine Beschallungsanlage, die überall dort eingesetzt wird, wo es gilt, Musik und Sprache über eine größere Distanz zu übertragen, also etwa für das Auditorium eines Konzertes. Diese Technik ist im Theatersaal nach sieben Jahren nicht mehr up to date, schon deswegen wird sie inzwischen regelmäßig aufgemotzt. Für den Auftritt von Pat Metheny am kommenden Donnerstag, für das Jazzgastspiel der Gebrüder Kühn vergangene Woche, für die klassischen Konzerte: Die Gütersloher Tontechniker leihen sich seit geraumer Zeit regelmäßig Equipment dazu. 20 Mal im Jahr ist das im Durchschnitt der Fall, bei 4.000 Euro Leihkosten ergibt das 80.000 Euro. "Da ist es sinnvoller, wenn wir die Anlage selber kaufen", sagt Ralph Fritzsche, kaufmännischer Leiter der Kulturräume. Die Arbeit werde in der Sommerpause 2018 erledigt. Da es auch um das Ermitteln von Hall-Längen und anderen Feinheiten geht, werden Ingenieure und Akustikprofis involviert. Inspizienten-Anlage Eine Inspizienten-Anlage dient der Kommunikation im Theater; sie ist wichtig, um den Ablauf einer Aufführung zu organisieren. Der Schauspieler bekommt darüber die Ansage, sich für seinen Auftritt in fünf Minuten bereitzuhalten, auch Bühnenvorhänge und Pausenklingel werden darüber gesteuert. 2018 will die Stadt die Anlage für 90.000 Euro um zusätzliche Kanäle erweitern. "Das hat etwa den Vorteil, dass wir gezielter kommunizieren und einzelne Garderoben ansteuern können", sagt Fritzsche. Man müsse nicht mehr eine ganze Etage mit Durchsagen behelligen und in ihrer Konzentration stören. Kästen & Beamer Für 25.000 Euro werden im Rang feste Abschlusskästen für Scheinwerfer und Strom eingebaut; sie dienen dazu, die Bühne auszuleuchten. Bislang müssen Geräte und Leitungen bei der Hälfte aller Veranstaltungen immer wieder von Hand verlegt werden, eine Arbeit, die Mühe macht und Stolperfallen produziert. Ferner geplant: Kauf eines neuen Beamers für 35.000 Euro. Sammelposten Für die Erneuerung von Scheinwerfern, Bühnenvorhängen, Podesten, Lampen, etc. hatte die Stadt bislang fürs Theater mit jährlich 50.000 Euro kalkuliert. Ab 2018 wird der Betrag auf 75.000 Euro angehoben; auch deswegen, weil computerbasierte Geräte und LED-Spots oft schneller veralten und weniger haltbar sind als die Technik von einst. Neuer Anstrich 2020 soll das Weiß in neuer Frische leuchten. "Es war schon damals bei der Entscheidung über die Fassade klar, dass der Putz bei einem Wärmedämmverbundsystem alle acht bis zwölf Jahre einen neuen Anstrich braucht", sagt Fritzsche. 100.000 Euro werde das kosten. Das Geld sei auch deswegen sinnvoll investiert, weil die Einnahmen aus der Vermietung etwa für private oder Firmenfeste mittlerweile bei 200.000 Euro pro Jahr lägen. "Die hätten wir nicht, wenn das Haus grau wäre." Abos Das Theater hat für die aktuelle Saison 4.100 Abos verkauft, 100 mehr als im Vorjahr. Nach Jahren des Rückgangs verzeichne selbst die philharmonische Reihe wieder ein leichtes Plus, so Fritzsche. Die Theaterauslastung liege konstant hoch bei über 80 Prozent, abends sogar über 90 Prozent.

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