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Ist überzeugt: Jörg Eichenauer (Mehr Demokratie) plädiert für bundesweite Volksentscheide. - © Lena Vanessa Niewald
Ist überzeugt: Jörg Eichenauer (Mehr Demokratie) plädiert für bundesweite Volksentscheide. | © Lena Vanessa Niewald

Gütersloh Bürgeraktion lockt Lokalpolitiker vor einen Riesen-Spiegel

"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer bestimmt im ganzen Land" - Unter diesem Motto fordert die Initiative "Mehr Demokratie" bundesweite Volksentscheide

Lena Vanessa Niewald
24.08.2017 | Stand 25.08.2017, 10:50 Uhr

Gütersloh. Mit einem riesigen Spiegel auf dem Berliner Platz erregte der Bürgerverein „Mehr Demokratie" am Donnerstagmorgen Aufsehen. Unter dem Motto „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer bestimmt im ganzen Land?" setzt sie sich für bundesweite Volksentscheide ein. In knapp 80 Orten in ganz NRW ist die Initiative mit ihrem Spiegel unterwegs. Ihr Ziel: „Wir wollen die Bürger aufrufen, sich einzubringen. Demokratie fällt nicht vom Himmel", sagt Jörg Eichenauer von Mehr Demokratie. Zur Diskussion mit interessierten Bürgern waren auch Bundestagskandidaten und Kommunalpolitiker der Parteien aus dem Kreis Gütersloh gekommen. Letztlich diskutierten Elvan Korkmaz (SPD), Hermann Ludewig (FDP), Robin Wagener (Grüne), Ralph Brinkhaus (CDU) und Shen Ibrahimsadeh (Linke) aber eher unter sich. Einige Passanten blieben zwar beim Anblick des überdimensionalen Spiegels stehen, nur wenige folgten allerdings den Gesprächen. »Es kommt auf die Kampagne im Vorfeld an« CDU-Bundestagsabgeordneter Brinkhaus zeigte sich zwar durchaus positiv gegenüber Volksentscheiden auf nationaler Ebene, äußerte aber auch Zweifel: „Vergangene Volksentscheide haben ja erst kürzlich gezeigt, dass sie nicht immer toll ausgehen. Es kommt vor allem auf die Etikette während der Kampagne im Vorfeld an." Robin Wagener von den Grünen betonte, wie wichtig ihm die maximale Freiheit des Bürgers sei, kritisierte allerdings das Motto der Bürgeraktion: „Es müsste heißen, wer soll im ganzen Land bestimmen? Sonst machen wir ja nur eine Bestandsaufnahme", so der Bundestagskandidat. Der FDP-Kreisvorsitzende Ludwig schlug kritische Töne bezüglich des politischen Verhaltens der Bürger an. „Die meisten bringen sich nur dann ein, wenn sie ein politisches Thema persönlich betrifft. Das ist schade, da könnte noch mehr gehen." So lief die Spiegel-Tour in anderen Städten ab:

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