Sensationeller Auftritt: Y’akoto verzauberte den Dreiecksplatz mit ambitioniertem Neosoul. - © Patrick Menzel
Sensationeller Auftritt: Y’akoto verzauberte den Dreiecksplatz mit ambitioniertem Neosoul. | © Patrick Menzel

Gütersloh Y’akoto und Gaelle Buswel begeistern am Dreiecksplatz

Woche der kleinen Künste: Der Abschluss der Konzertreihe gehört zwei starken weiblichen 
Songwriter-Persönlichkeiten. Y’akoto und Gaelle Buswel begeistern am Dreiecksplatz

Stefan Boes

Gütersloh. Die Woche der kleinen Künste ist schon fast vorbei und trotz des durchwachsenen Wetters bereits zu einem Erfolg geworden, als zwei Höhepunkte der Reihe noch bevorstehen. Den Auftakt machten am Montag zwei männliche Jazz-Formationen, den Abschluss bildeten, leider wieder bei grauem Himmel, zwei herausragende Solo-Künstlerinnen: Gaelle Buswel und Y’akoto. Gaelle Buswel, französische Bluesrock-Sängerin, bekannt für dynamische Livekonzerte, hat in ihrer jungen Karriere bereits mehr als 500 Konzerte gespielt, einschließlich zwei Amerika-Tourneen. „Es war ein langer Weg nach Gütersloh", sagt Buswel während ihres Auftritts. Denn erst das vor wenigen Monaten erschienene Album „New Day’s Waiting" führt sie erstmals auch nach Deutschland. Eine charismatische, gut aufgelegte Sängerin präsentiert sich den Besuchern, die zunächst in noch nicht ganz so großer Zahl, aber zumindest im Trockenen auf den Bänken am Dreiecksplatz Platz genommen haben. In Songs wie „Dreams Set Me Free" und „Wonderland" beweist Buswel die Vielseitigkeit ihres Schaffens, ist sie doch gleichermaßen im Blues, Folk und klassischen Rock zu Hause. Das Publikum weiß die stimmige und souverän dargebotene Verbindung dieser Einflüsse zu würdigen, wenn auch zunächst etwas verhalten. Vielleicht etwas zu sehr in gewöhnlichen Arrangements und Strukturen verhaftet sind die Stücke bis hierhin. Sängerinnen bewegen sich mühelos in verschiedenen Genres Das ändert sich mit „25 Hours", einem wirklich starken Rocksong, der fast an Led Zeppelin erinnert und bei dem die Musiker – typische Rockband-Besetzung – erstmals zu Höchstform auflaufen. Szenenapplaus nach dem Solo des E-Gitarristen. Gaelle Buswel hat das Publikum nun auf ihrer Seite und sorgt für einen gelungenen Auftakt in den Abschlussabend der Woche der kleinen Künste. Dem steht Y’akoto in nichts nach. Das Adjektiv „kleine" vor „Künste" ist hier tatsächlich viel zu klein. Y’akoto beglückt Gütersloh an diesem letzten Abend mit Neosoul, wie er zeitgemäßer und ambitionierter nicht sein könnte. Jennifer Yaa Akoto Kieck, 1988 in Hamburg geboren, aufgewachsen in Ghana, Tochter eines ghanaischen Musikers und einer deutschen Politikwissenschaftlerin, ist an beiden Orten, in Europa und in Afrika sozialisiert worden. In ihrer Musik vereint sie beide Welten: westlich geprägte Soul- und Hip-Hop-Stile mit afrikanisch geprägten Rhythmen. 2012 schaffte sie mit dem Debüt „Babyblues" gleich den Einstieg in die Top 20 der deutschen Albumcharts. Es folgte der erneute Erfolg mit „Moody Blues". Jetzt erschien ihr neues Album „Mermaid Blues" und längst wird sie mit internationalen Größen wie Sade und Erykah Badu verglichen. Den Vergleich mit der deutschen Soul-Sängerin Joy Denalane braucht sie ohnehin nicht zu scheuen. Dass das nicht zu viel der Ehre ist, davon konnten sich die Gütersloher Freitagabend überzeugen. Sensationeller Auftritt einer Künstlerin, die auf die großen Bühnen der Welt gehört.

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