Felix Vossen, hier bei einer Pressekonferenz auf der Berlinale im Jahr 2012, befindet sich bereits in Haft. - © picture alliance / dpa
Felix Vossen, hier bei einer Pressekonferenz auf der Berlinale im Jahr 2012, befindet sich bereits in Haft. | © picture alliance / dpa

Gütersloh/Zürich Staatsanwaltschaft fordert fast sieben Jahre Haft für Felix Vossen

Die Zürcher Strafverfolgungsbehörde hat Anklage gegen den mutmaßlichen Millionenbetrüger erhoben. In dem rund 50-seitigen Dokument nennen die Ermittler erstmals auch eine konkrete Schadenshöhe

Patrick Menzel

Gütersloh/Zürich. Der mutmaßliche Millionenbetrüger Felix Vossen muss sich möglicherweise bald vor Gericht verantworten. Die für Wirtschaftsdelikte zuständige Staatsanwaltschaft Zürich III hat gegen ihn Anklage wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Geldwäsche sowie wegen mehrfacher Urkundenfälschung erhoben. Die Strafverfolger in der Schweiz werfen dem Sohn der ehemaligen Gütersloher Handtuch-Dynastie vor, etwa 30 Geschädigte getäuscht und damit rund 20 Millionen britische Pfund, 5,8 Millionen Euro und 7,5 Millionen US-Dollar erzielt zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht dem früheren Börsenhändler und Filmproduzenten ("I, Anna", "Miss You Already") ein mehrjähriger Gefängnisaufenthalt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten. Von Oktober 2003 bis März 2015 soll Vossen gegenüber den Geschädigten - vorwiegend Familienangehörige, Freunde und Bekannte - wahrheitswidrig angegeben haben, dass sie bei ihm gewinnbringend und risikoarm Geld in Finanzprodukte anlegen können, wie die Zürcher Staatsanwaltschaft in ihrer 50 Seiten umfassenden Anklageschrift ausführt. Vossen wurde 2015 in Valencia festgenommen Dabei soll der 43-Jährige "raffiniert aufeinander abgestimmte Lügen genutzt haben", insbesondere, indem er Konto- und Depotauszüge erstellte, die fiktive Gewinne auswiesen. Einen Teil des auf diese Weise erzielten Erlöses von insgesamt etwa 35 Millionen Euro soll Vossen aus der Schweiz nach Großbritannien und Guernsey, einer Steueroase im Ärmelkanal, transferiert haben. Mit dieser Vernebelungstaktik habe Vossen die Einziehung der Vermögenswerte durch die Strafverfolgungsbehörde erschwert. Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, "gegenüber der Buchhaltung und im Verkehr mit Banken falsche Angaben gemacht und dadurch unwahre Urkunden generiert zu haben". Vossen war nach fast einjähriger Flucht am 15. März 2015 während eines Spaziergangs in der spanischen Hafenstadt Valencia festgenommen worden, zwei Monate später wurde er an die Schweiz ausgeliefert. Seitdem befindet sich der gebürtige Gütersloher in Haft. Nach Informationen des Tagesanzeiger ist Vossen "weitgehend geständig". Dem Vernehmen nach soll er sich am Rande von Zeugenvernehmungen bei seinen Opfern entschuldigt haben. Noch ist unklar, wann der Prozess gegen Vossen beginnt. Ein Verhandlungstermin vor dem Bezirksgericht Zürich steht noch nicht fest.

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