Bündnis-Mitglieder verwiesen auf die ihrer Meinung nach negativen Folgen einer Erweiterung bei Tönnies. - © Michael Schuh
Bündnis-Mitglieder verwiesen auf die ihrer Meinung nach negativen Folgen einer Erweiterung bei Tönnies. | © Michael Schuh

Gütersloh Bündnis protestiert am Berliner Platz gegen höhere Schlachtzahlen bei Tönnies

Ein überparteiliches Bündnis prangert die Pläne des Fleischkonzerns Tönnies an

Gütersloh. Der Fleischkonzern Tönnies möchte seine Kapazitäten in Rheda-Wiedenbrück von 26.000 auf über 30.000 Schlachtungen pro Tag erhöhen – doch das wollen eine ganze Reihe von Organisationen und Privatleuten verhindern. Zusammengeschlossen haben sie sich im überparteilichen „Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung", deren Mitglieder sich am Donnerstag zu einer einer zweistündigen Mahnwache auf dem Berliner Platz trafen. Mit Schildern, auf denen Slogans wie „Nein zur Kapazitätserweiterung bei Tönnies" ebenso zu sehen waren wie schockierende Fotos aus Schlachtbetrieben machten die Demonstranten auf sich aufmerksam und sammelten zudem Unterschriften gegen die Erweiterungspläne. „Da sind wir sofort dabei", kommentierte eine Besucherin aus Herzebrock-Clarholz und setzte, ebenso wie ihr Gatte, ihren Namen auf die Liste. „Bis zum 28. Juni kann beim Kreis Einspruch eingelegt werden", erläuterte Bündnis-Mitglied Camila Cirlini, „und wir möchten die Bürger auffordern, von diesem Recht Gebrauch zu machen." Denn obwohl gerade Trinkwasser ein knappes Gut sei, würde das Tönnies-Werk schon jetzt genauso viel Wasser verbrauchen wie alle Einwohner und die anderen Betriebe in Rheda-Wiedenbrück zusammen. „Massentierhaltung ist der Klimakiller Nummer eins" Dieser Wert steige bei einer Erweiterung noch einmal, wobei keine neuen Arbeitsplätze geschaffen würden. Außerdem gingen mit der Kapazitätserhöhung eine deutliche Zunahme an Lärm, Geruchsbelästigung und psychischer Belastung der Einwohner einher, die schon heute Tag für Tag jede Menge Lkw mit den darin eingepferchten Tieren sehen müssten. Weiterhin verwies das Bündnis auf die negativen Folgen für die Umwelt – von den hohen Nitratwerten im Boden bis hin zu Emissionen. „Massentierhaltung ist der Klimakiller Nummer eins", verdeutlichte Cirlini, die auch das Leid der Tiere nicht außen vor lassen wollte: „Die meisten haben noch nie die Sonne oder einen Grashalm gesehen. Wir wollen diesen Wahnsinn nicht länger dulden." Mit der Mahnwache hat eine Reihe von Maßnahmen des Bündnisses begonnen. Für Samstag, 17. Juni, sind ab 10 Uhr eine Protestaktion sowie ein Infostand auf dem Rathausplatz in Rheda-Wiedenbrück geplant, am Mittwoch, 21. Juni, trifft sich das Bündnis um 20 Uhr in der Gaststätte Ems-Aue, Hauptstraße 92. Eine weitere Protestaktion soll schließlich am Mittwoch, 12. Juli, ab 9 Uhr vor dem Rathaus in Rheda-Wiedenbrück stattfinden.

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