In einem Meer von Tulpen: Jacqueline van der Kloet (l.) nahm am Freitag das Ergebnis ihrer Aussaat in Augenschein. Die Fördervereinsmitglieder Daniela Toman (v.l.), Monika Geißler und Larissa Lakämper hatten die Idee, die Niederländerin nach Gütersloh einzuladen, zur Freude auch von Grünflächenchef Bernd Winkler. - © Ludger Osterkamp
In einem Meer von Tulpen: Jacqueline van der Kloet (l.) nahm am Freitag das Ergebnis ihrer Aussaat in Augenschein. Die Fördervereinsmitglieder Daniela Toman (v.l.), Monika Geißler und Larissa Lakämper hatten die Idee, die Niederländerin nach Gütersloh einzuladen, zur Freude auch von Grünflächenchef Bernd Winkler. | © Ludger Osterkamp

Gütersloh Renommierte Gartenkünstlerin hat Blumenbeete in Gütersloh gestaltet

Botanischer Garten: Die international renommierte Gartenkünstlerin Jacqueline van der Kloet hat auf Einladung des Fördervereins einige Beete gestaltet. Mit dem Ergebnis ist sie sehr zufrieden - bis auf eine Ausnahme

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Jacqueline van der Kloet? Bei diesem Namen blüht jeder Gartenliebhaber auf. Weltweit. Die Werke der niederländischen Gartendesignerin sind im Keukenhof zu bewundern, im Battery Park in New York, in der Villa Communale in Mailand, in China, in Japan - und nun auch im Botanischen Garten in Gütersloh. Viel Zeit bleibt nicht, sich das Kunstwerk der van der Kloet anzusehen. Schon in zwei, drei Wochen wird es verblüht sein. Es ist ein bisschen wie bei Christo, dem Verpackungskünstler: Die Vergänglichkeit ist Teil des Konzepts. Van der Kloet hat Gütersloh auf Einladung des Förderkreises Stadtpark-Botanischer Garten beehrt. Als der Verein 2016 sein 20-jähriges Bestehen feierte, hatte er überlegt, welches Geschenk er aussuchen sollte - für sich, den Stadtpark und damit all dessen Besuchern. Die Wahl fiel auf die renommierte Landschaftsarchitektin aus den Niederlanden. Mitte Oktober kam van der Kloet nach Gütersloh und bepflanzte die Beete rund um den Kugelahorn. Das Ergebnis sah sie sich am Freitag an. "Gefällt mir", sagte sie. "Es ist schön geworden." Mit Fotoapparat und Notizblock hielt sie das Ergebnis fest. Die Holländerin dokumentiert sorgfältig jede ihre Arbeiten. Nur so könne sie lernen und die richtigen Schlüsse ziehen für eine veränderte Zwiebelmischung beim nächsten Mal. Denn, so sage sie gestern: Keines ihrer Werke gleiche dem anderen. Die Variation sei Programm. In Gütersloh hatte sie im Herbst 10.700 Blumenzwiebeln ausgesät, importiert aus ihrem Heimatland. Sie hatte sich für sechs Tulpensorten entschieden, ferner für eine Narzisse und eine Kaiserkrone. Das alles in großen Handkarren gemischt mit Gräsern, Vergißmeinnicht und Stiefmütterchen, verteilte sie es in lockerer Wurftechnik über die Beete. Für diese Technik ist van der Kloet bekannt: Manche nennen es "Konfetti-Pflanzung". Oder auch: "Wie gefallen, so gefällt?s." Das Ergebnis wirkt wie zufällig, wie ein impressionistisches Blumengemälde, ist aber in Wahrheit durchkomponiert nach Farben, Höhe, Blühdauer. "Ich plane das genau", sagte van der Kloet gestern. "Ich habe eine ziemlich exakte Vorstellung davon, was wann in welcher Höhe blüht. Es ist wichtig, dass Bewegung im Beet ist, dass sich ständig etwas verändert und dass das Auge immer etwas findet, woran es sich festhalten und erfreuen kann." In anderen Gärten und erst recht in ihrem Privatgarten in Weesp bei Amsterdam reicht diese Planung bis ins kleinste Detail der Texturen von Blättern und Baumrinden. Gleichwohl sehe sie dem Ergebnis im Frühjahr stets mit Spannung entgegen. "Es ist, als würde ich ein Geschenk auspacken." Als sie in Gütersloh diesen Morgen um die Ecke bog und ihr Beet erblickte, freute sie sich: "Ja, das passt!" Das einzig Störende: In einem der vier Beete haben sich einige gelbe Tulpen durchgemogelt, das war nicht vorgesehen. "Die müssen noch aus dem Vorjahr im Boden gewesen sein", bedauert Bernd Winkler, Leiter Fachbereich Grünflächen. Für Monika Geißler, Vorsitzende des Fördervereins, ist es ein großes Glück, van der Kloet gewonnen zu haben. "Das ist ein außerordentliches Ereignis in der Geschichte unseres Botanischen Gartens." Auch Bernd Winkler sieht das so. Beide würden sich freuen, die Zusammenarbeit fortsetzen zu dürfen - ein Angebot, auf das van der Kloet mit einem Kompliment reagierte. Der Gütersloher Botanische sei sehr schön und sehr gepflegt.

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