Vor vielen Europafreunden: Gerhard Schreier und Barbara Brinkmann auf dem Theodor-Heuss-Platz. - © Foto: Matthias Gans
Vor vielen Europafreunden: Gerhard Schreier und Barbara Brinkmann auf dem Theodor-Heuss-Platz. | © Foto: Matthias Gans

Gütersloh 250 Gütersloher beim ersten "Pulse of Europe"

Für die nächsten Treffen sollen sich besondere Aktionen ausgedacht werden

Matthias Gans

Gütersloh. 50 waren angemeldet, fast 250 sind gekommen zum ersten „Pulse of Europe“, der am Sonntag zum ersten Mal in Gütersloh stattfand. In einer großen Runde auf dem Theodor-Heuss-Platz umstand die Menschenmenge, viele mit Europafähnchen in der Hand, die beiden Initiatoren, Barbara Brinkmann und Gerhard Schreier. „Damit sind hier so viele Menschen vertreten wie kürzlich in Münster“, sagte Brinkmann, die „völlig überwältigt“ von der Resonanz war. Sogar die Sonne setzte sich während der Kundgebung durch und sorgte bei den Europa-Freunden zusätzlich für gute Laune. Ein Zeichen zu setzen für ein friedliches und vereintes Europa will die in Frankfurt gestartete und mittlerweile in vielen Ländern Europas durchgeführte Bewegung. „Ich denke, die Anti-Europäer sind in der Minderheit, sie bekommen nur zu viel Raum in der öffentlichen Diskussion“, sagte Barbara Brinkmann unter dem Applaus der Anwesenden. Sie forderte, sich diesen Raum zurückzuerobern. Barbara Brinkmann betonte in ihrer kurzen Ansprache, dass man vor allem die Jugendlichen gewinnen müsse, wieder zur Wahl zur gehen. „Der Brexit wäre nicht passiert, wenn mehr jüngere Menschen zur Abstimmung gegangen.“ Auch deshalb kritisierte die Gütersloherin unter anderem den Bürokratismus in der EU. Sie betonte stattdessen die kulturelle Vielfalt in der Europäischen Gemeinschaft und Individualität der Einzelstaaten und forderte zum Schluss: „Europa muss wieder Spaßmachen!“ Dieser Ansicht waren auch zahlreiche Besucher der Veranstaltung, die ihre Gedanken über die kleine Lautsprecheranlage kundtaten. Vor allem die Beiträge zweier jüngerer Aktivisten kamen gut an. So forderte ein Jugendlicher, dass man den europäischen Gedanken des friedlichen Zusammenschlusses der Ländern eigentlich auf die ganze Welt übertragen müsse, um überall Frieden zu bekommen. Bürgermeister Henning Schulz durfte sich als einziger der anwesenden Berufspolitiker – darunter die Landesparlamentarier Hans Feuß (SPD) und Wibke Brems (Grüne) – zu Wort melden. „Ich bin stolz auf das Engagement der Bürger, die aus dem Stand so etwas schaffen“, lobte er die Anwesenden. Nach der Kundgebung bildete die Menge eine Menschenkette, die sich geschlossen um den Dreiecksplatz herum aufstellte und dieses imposante Bild mit Applaus feierte. Die erbetenen Spenden sollen den nun bis zur Präsidentenwahl in Frankreich wöchentlich sonntags um 14 Uhr an gleicher Stelle stattfindenden „Pulse of Europe“-Kundgebungen zugute kommen, etwa um Banner zu entwerfen.

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