Der Blick in die Trommel durch das Fenster könnte bald der Vergangenheit angehören. - © picture alliance / dpa Themendienst
Der Blick in die Trommel durch das Fenster könnte bald der Vergangenheit angehören. | © picture alliance / dpa Themendienst

Gütersloh Wie die Waschmaschine der Zukunft aussehen könnte

Vor 250 Jahren wurde der erste Vorläufer der Waschmaschine erfunden. Damals zwar noch ohne Beteiligung von Miele. Dafür setzt das Gütersloher Unternehmen heute die Trends – und verrät der NW, wie in zwanzig Jahren gewaschen wird

Gütersloh. Waschen ohne Wasser, Bedienung per Sprachsteuerung und neue Designmöglichkeiten: In Zukunft wird sich die Waschmaschine sowohl technisch als auch optisch verändern. Zum 250. Geburtstag des Haushaltsgeräts hat die Neue Westfälische mit Rudolf Herden gesprochen. Der 61-Jährige ist Leiter der Abteilung Vorentwicklung beim Gütersloher Unternehmen Miele und gibt exklusive Einblicke in die neuesten Trends und kommenden Entwicklungen. Welche Eigenschaften davon wirklich marktfähig werden könnten, müsse die Zeit zeigen, sagt er. Ideen gebe es allerdings genug. Der Abteilungsleiter denke daher nicht an den nächsten, sondern immer an den übernächsten Schritt. Auch, weil die Entwicklungszeit schon mal zehn Jahre dauern könne. Der Weg zu einer neuen Maschine sei mit vielen Unannehmlichkeiten und Diskussionen verbunden. Das Ergebnis könne sich jedoch immer sehen lassen. Wie die Waschmaschine der Zukunft ausschauen wird, die NW wagt einen Ausblick. Verortung: Raus aus dem Keller! „Die Wäschepflege wird auf kurz oder lang aus dem Keller verschwinden", glaubt Rudolf Herden. Gründe hierfür sind vielseitig. „Einerseits werden die Menschen bequemer", erklärt Herden. Der Gang in den Keller ist immer mit Unannehmlichkeiten verbunden. Kälte, Dunkelheit und Schmutz seien Hauptgründe, die das Waschen in den Kellerräumen unangenehm gestalten." Andererseits werde der Wohnraum knapper. Will heißen, viele Mieter haben nicht zwangsläufig einen Waschkeller", so Herden. Zukünftig müsse man also Lösungen finden, die Maschine im Wohnbereich unterzubringen. „Wir arbeiten daher an Möglichkeiten, die das Waschen insgesamt leiser und emissionsärmer gestalten sollen", sagt Herden. Kaum Lärm, keine Geruchsbelästigung und ein ansprechendes Design sind notwendige Voraussetzungen für die Verortung der Waschmaschine. Optik: Das Fenster wird überflüssig Kleiner, flacher und vielleicht sogar ohne Fenster: Das Ziel ist es, die Waschmaschine insgesamt kompakter und platzsparender zu gestalten. Auch, um auf die neuen Anforderungen eingestellt zu sein. „Derzeit verstecken viele Menschen ihre Waschmaschinen. In Zukunft soll das Gerät durch die Optik ein Teil der Einrichtung werden", sagt Herden. Schon jetzt setzen die Entwickler daher auf modernere Hochglanzoptik. „Es muss nicht immer das klassische Weiß sein", berichtet Herden. Der 61-Jährige kann sich auch vorstellen, dass das Fenster in Zukunft überflüssig wird. Das durchsichtige Glas dient nämlich einzig der Kontrolle. „Wenn die Menschen mehr Vertrauen in ihre Waschmaschine entwickeln und die Geräte Fehler demnächst direkt aufs Smartphone senden, braucht niemand mehr durch das Glas gucken, ob auch Wasser in die Maschine gelaufen ist", betont Herden. Technik: Waschen ohne Wasser Die größten Veränderungen erwartet der Abteilungsleiter im technischen Bereich. Hier sind den Entwicklern praktisch auch keine Grenzen gesetzt. Ob automatische Dosierung, Vollautomaten, die gleichzeitig waschen, trocknen und vorbügeln oder Bedienung über Smartphone – die Waschmaschine hat sich in den vergangenen Jahren schon rasant entwickelt. Was noch kommen kann? Herden: „Mit ziemlicher Sicherheit wird das Gerät bald per Sprachsteuerung bedient werden. Auch eine tiefergehende Vernetzung zwischen anderen technischen Geräten und Waschmaschinen wird kommen." Soll heißen, dass das Waschprogramm bald von überall gestartet werden kann, Fehler- und Diagnosemeldungen direkt über das Smartphone an den Hersteller gesendet werden und kleinere Hausroboter die Wäsche sortieren. „Es wird auf jeden Fall spannend bleiben", versichert Herden. Er und sein Team strotzen nur so vor Ideenreichtum und Tatendrang. „Wir denken immer schon an den übernächsten Schritt." Ein Vorhaben hält er jedoch für ausgeschlossen: „Ich glaube nicht, dass zukünftig ohne Wasser gewaschen wird." Versuche mit Trockeneis, das das Wasser ersetzen soll, laufen überall in der Welt dennoch bereits. Der übernächste Schritt ist wohl immer der spannendste. Klicken Sie sich hier durch die Miele-Chronik:

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