Roland Herde Bima auf dem Flughafen Gütersloh - © Rainer Holzkamp
Roland Herde Bima auf dem Flughafen Gütersloh | © Rainer Holzkamp

Gütersloh Gütersloh startet Investitions-Offensive

In den kommende vier Jahren will Gütersloh 200 Millionen Euro in die Hand nehmen

Gütersloh. Die Stadt Gütersloh plant in den nächsten Jahren eine Investitions-Offensive nie dagewesenen Ausmaßes. Bis 2020 hat die Verwaltung Investitionen in einer Gesamthöhe von 200 Millionen Euro vorgesehen. "Bei diesem Umfang kann man schon unruhig werden", sagte Kämmerin Christine Lang gestern Abend im Stadtrat, jedoch seien sämtliche Investitionsvorhaben gut begründet und notwendig. Die finanziellen Verhältnisse seien in Gütersloh geordnet wie in kaum einer anderen Stadt dieser Größenordnung in NRW, und das blieben sie auch. In ihrem gestern präsentierten Haushaltsentwurf hat die Stadtverwaltung allein für das kommende Jahr ein Investitionsvolumen von 48 Millionen Euro vorgesehen, das meiste davon fließt in Gebäude. Bürgermeister Henning Schulz sagte, der Entwurf sei dennoch von Augenmaß geprägt. Gütersloh sei eine dynamische, wachsende Stadt, und darauf gelte es beherzt zu reagieren. Die Gelegenheit sei günstig. "Wann, wenn nicht jetzt?", fragte Schulz und verwies auf Niedrigzinsen, Wirtschaftswachstum und steigende Geburtenraten. "Wir treffen heute die Entscheidungen über die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt in den nächsten Jahren", so der Bürgermeister. Gütersloh müsse acht geben, im Wettbewerb mit anderen Städten nicht zurückzufallen. Investitionen zu verschieben, die Infrastruktur auf Kante zu fahren und in fünf bis zehn Jahren das nachzuholen, was man zuvor verpasst habe, sei aus seiner Sicht keine Alternative. Schulz sagte, das Investitionsprogramm für 2017 setze den Schwerpunkt auf Bildung und Integration, es stärke den Wirtschaftsstandort und trage Sorge für die Instandsetzung der Infrastruktur. Flüchtlingsunterbringung und Konversion seien weitere Faktoren. Die wichtigsten Einzelprojekte in 2017: Neubau der Feuer- und Rettungswache: 7,5 Millionen Euro. 2018 und 2019 sind für das neue Gebäude auf dem Marktplatz jeweils weitere 7,5 Mio, Euro vorgesehen. Schaffung von Wohnraum: 6,5 Millionen Euro. Hier geht es vor allem darum, im Zuge der Konversion ehemalige Briten-Wohnungen zu kaufen; auch weiterer Wohnungsankauf für die Unterbringung von Flüchtlingen fällt darunter. 2018 und 2019 nehmen diese Volumina noch zu, und zwar auf 14 beziehungsweise acht Millionen Euro; bis 2020 setzt die Stadt insgesamt 31,5 Millionen Euro hierfür an. Dass die Stadt selber unter die Bauherren geht und Wohnraum schafft, schließen Schulz und Lang aus. Erweiterung und Neubau von Kitas: 3,5 Millionen Euro; davon entfallen allein 1,5 Mio. Euro auf Ersatzbau und Erweiterung der Kita Pelikanweg (weitere 900.000 Euro in 2018, sowie 265.000 Euro in 2019). Ferner werden die Kitas Tobiasweg, Bülowstraße. Langertsweg, Teismannsweg, Müthers Kamp, Englische Straße und Blankenhagen School bedacht. Erweiterung des Städtischen Gymnasiums: 1,8 Millionen Euro. Das Gymnasium hatte sein Kunsthaus an die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe abgetreten; nun bekommt es einen Ersatzbau auf dem Gelände des heutigen Fahrradstellplatzes an der Moltkestraße. Mit dem Bau soll im Sommer begonnen werden, Fertigstellung Ende 2018. Dafür sind 2018 weitere 1,1 Mio. Euro eingeplant. Ist der Neubau ("Haus der Kunst") fertig, wird das Uralt-Provisorium Rolandbau abgerissen. Gewerbepark Flughafen: 1 Million Euro. Das ist natürlich nur der Anfang. Um jene Flächen des Riesengeländes baureif zu machen, wo sich Industrie und Gewerbe niederlassen sollen, werden in den nächsten Jahren höhere Beträge vonnöten sein. Für 2018 ist übrigens eine 1,8-Millionen-Investition im Gewerbegebiet Hüttenbrink geplant. Neugestaltung Konrad-Adenauer-Platz: 1 Million Euro. Die Stadt will hier, auf dem Areal vor Rathaus und Sparkasse, eine höhere Aufenthaltsqualität schaffen, dabei nicht dessen Funktionalität außer Acht lassen. Ein großer Teil der Kosten wird aus einer Spende des Unternehmers Werner Gehring finanziert. 2018 ist dann der Willy-Brandt-Platz vor dem Bahnhof dran, ebenfalls mit einer knappen Millionensumme. Außerdem will die Stadt 2018 einen neuen Anlauf für die Verschönerung des Büskerplatzes nehmen, mit einer Summe von 230.000 Euro. Einige Gesamtinvestitionen bis 2020: 36,6 Mio. Euro für Schulen (inklusive dritter Gesamtschule); Erweiterung der Kläranlage Putzhagen um die vierte Reinigungsstufe sowie Sanierung von Kanälen für 27,4 Mio. Euro; Tiefbau (Straßen und Plätze) für 20,8 Mio.; Grunderwerb für 14 Mio. Schulz und Lang betonen, der Haushalt 2017 sei trotz der Offensive ausgeglichen; sie wollen weder Steuern noch Gebühren erhöhen. In den Folgejahren werde der Haushaltsausgleich indes schwieriger sein.

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