Offener Bücherschrank: Nina Herrlein (v. l.), Ursula Höffer und Volker Vornbäumen vom Bürgerverein und Projektleiterin Barbar Kutscher mit Helbin, Zenobia, Erika und Lavinia. - © Rolf Birkholz
Offener Bücherschrank: Nina Herrlein (v. l.), Ursula Höffer und Volker Vornbäumen vom Bürgerverein und Projektleiterin Barbar Kutscher mit Helbin, Zenobia, Erika und Lavinia. | © Rolf Birkholz

Gütersloh Bertelsmann bringt brandneuen Bücherschrank nach Blankenhagen

Zum Abschluss der Initiative "Lesespaß" wurde das dritte Lesemöbel im Stadtgebiet feierlich eingeweiht. Ein vierter Schrank befindet sich bereits in der Vorbereitung

Rolf Birkholz

Gütersloh. Mitten in der Stadt steht schon einer, in Isselhorst auch, und nun hat Blankenhagen ebenfalls einen, seinen offenen Bücherschrank. An der Bushaltestelle Hofbrede/Görlitzer Straße wurde das öffentliche Buchangebot für alle aufgestellt und wie ein Geschenk enthüllt. Das ist es ja auch. Bertelsmann hat es zum Abschluss der Initiative "Lesespaß" ermöglicht. Ein vierter Schrank soll im nächsten Frühjahr in Avenwedde platziert werden. Da fehle nur noch der richtige Platz, meinte Bildungsdezernent Joachim Martensmeier zur Eröffnung des Blankenhagener Büchermöbels. Dafür hatte man unter Mithilfe der Vorsitzenden des Bürgervereins Blankenhagen, Ursula Höffer, den passenden Ort gefunden. Sie wird mit Baldur Schlingmann auch die Patenschaft übernehmen und sich um die Instandhaltung kümmern. An den beiden anderen Standorten hat das bisher gut geklappt. Martensmeier sind keine Klagen zu Ohren gekommen. Und zumal an der Strengerstraße, vom Rathaus nicht zu übersehen, treffe man zu allen Tageszeiten Menschen, auch in Grüppchen, die in den Regalen stöberten und sich auch darüber unterhielten. Das sei auch der eigentliche Zweck dieser Einrichtungen, sagte deren Erfinder Hans-Jürgen Grewe aus Köln. Die Schränke ersetzten in etwa die früheren Brunnen, an denen sich die Menschen in einer Stadt trafen. Der Kölner Architekt und Stadtplaner spricht deshalb auch von "Wissensbrunnen". An die 300 Stück dieser robusten Stahlschränke hat er bundesweit bereits aufgestellt, allein zum Beispiel 22 in Köln, 40 in Frankfurt am Main. Bei Bertelsmann hat sich Projektleiterin Barbara Kutscher besonders für diese Einrichtungen eingesetzt, im Rathaus Claudia Koch, Leiterin des Fachbereichs Bauordnung. Jeder kann darin nach Lesestoff suchen, ein Buch entnehmen oder auch ein eigenes, ausgelesenes einstellen. Da gerade in Blankenhagen Menschen vieler Nationalitäten wohnen, gibt es dort ein "internationales Fach", das Bücher in mehreren Fremdsprachen enthält. Mitarbeiter von Bertelsmann und Stadtbibliotheksleiterin Silke Niermann hatten die erste Belieferung des Depots übernommen. Zur Eröffnung trugen Kinder wie auch Erwachsene etwas vor. Die neunjährige Helbin etwa las aus ihrem Lieblingsbuch "Emma" von Maja von Vogel. Die gleichaltrige Zenobia rezitierte "In trauter Verborgenheit" von Wilhelm Busch. Ein Herbstgedicht, eine Einladung zum Lesen.

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