Entwurf: Die Visualisierung zeigt die Einfahrt in das Quartier samt Treppenanlage vor dem Haus I; rechts ist der Lange Weg mit der Stützmauer vor den Gebäuden II und III zu sehen. Als erstes wird, wie berichtet, Haus IV mit dem Fitnesscenter errichtet, Haus III folgt aber sogleich. - © Jonek/Dressler Architekten
Entwurf: Die Visualisierung zeigt die Einfahrt in das Quartier samt Treppenanlage vor dem Haus I; rechts ist der Lange Weg mit der Stützmauer vor den Gebäuden II und III zu sehen. Als erstes wird, wie berichtet, Haus IV mit dem Fitnesscenter errichtet, Haus III folgt aber sogleich. | © Jonek/Dressler Architekten

Gütersloh "Gleis 13" kommt zügig voran

Auch für den zweiten von vier Komplexen zeichnet sich der Baubeginn ab

Rainer Holzkamp

Gütersloh. Das neue Quartier auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs nimmt immer konkretere Gestalt an. Nach dem Haus IV, das komplett von einem Fitnesscenter bezogen wird, liegen inzwischen auch Visualisierungen der übrigen drei Gebäudekomplexe am Langen Weg vor. Heute soll der neue Bebauungsplan im Planungsausschuss mit dem Offenlage-Beschluss zum Projekt "Gleis 13" eine entscheidende Hürde nehmen. "Der kegelbahnartige Zuschnitt des Geländes hat alle Beteiligten vor eine erhebliche Herausforderung gestellt", sagte gestern Projektleiter Rick Mädel der NW. Das Ergebnis könne sich wahrlich sehen lassen. Nach Aussage von Architekt Tim Dressler (Büro Jonek und Dressler, JD, Bielefeld) entstehe durch die kubusförmigen Gebäude sowie über die Freiflächenplanung ein einheitlicher Gesamteindruck des Areals. "Gleichwohl weisen die Gebäude aufgrund der unterschiedlichen Materialität und weiteren Varianten eine hohe Individualität auf." Haus I Die Planung ist in diesem Fall noch am wenigsten konkret. Freilich wird dieses Gebäude an der städtebaulich besonders bedeutenden Position im Eckbereich zwischen Carl-Bertelsmann-Straße, Langem Weg und Bahntrasse der höchste der vier Komplexe. Derzeit sind im Hauptflügel sechs Geschosse geplant. Der zweite Flügel, nach Osten entlang der Carl-Bertelsmann-Straße ausgerichtet, nimmt hingegen die Höhe der bestehenden Häuser im weiteren Verlauf auf. Da dieser Teil des rund ein Hektar großen Gesamtareals als Mischgebiet ausgewiesen wird, "haben wir hinsichtlich der Nutzung alle Optionen", sagte Mädel, Geschäftsführer von Hagedorn Revital, der Tochterfirma des heimischen Abbruchunternehmens, das gemeinsam mit dem Bielefelder Projektentwickler Christoph Borchardt als Bauherr auftritt. Denkbar sei somit auch ein Hotel oder betreutes Wohnen. Die Realisierung werde aber voraussichtlich noch zwei oder drei Jahre auf sich warten lassen. Haus II und III In den beiden viergeschossigen Gebäuden entstehen insgesamt rund 8.000 Quadratmeter Bürofläche. Für Haus III, für das bereits im kommenden Jahr - kurz nach Haus IV - der Baubeginn geplant ist, stehen laut Mädel die Gespräche über einen Mietvertrag kurz vor dem Abschluss. Namen wollte er aber noch nicht nennen. Gemeinsame gestalterische Besonderheit beider Gebäude ist das zurückspringende Erdgeschoss. Der gewonnene Raum kann für Geh- oder Fahrwege genutzt werden. Laut Dressler unterscheiden sich die Häuser zum einen durch die Form: Haus II besteht aus zwei durch einen eingeschossigen Eingangstrakt verbundenen Teilen; Haus III wird als durchgängig viergeschossiges "U" errichtet. Zum anderen ist in einem Fall eine Vorhangfassade angedacht, für Haus III hingegen eine helle Putzfassade. "Grundsätzlich unterscheiden wir bei der Gestaltung der einzelnen Gebäude nicht zwischen Vorder- und Rückseite. Alles ist uns gleich wichtig", sagte Dressler. Das habe fraglos Auswirkungen auf die Baukosten, zumal auf der Gleisseite bei den Fenstern stärkerer Schallschutz notwendig sei. Aber auch den Investoren komme es darauf an, eine Visitenkarte für die Stadt abzuliefern. Haus IV Laut Mädel ist mit dem Unternehmen Fit X, das bundesweit 45 Fitnessstudios betreibt, inzwischen der Mietvertrag für das Gebäude am nordöstlichen Rand des Grundstücks abgeschlossen. "Auch die Detailplanung wurde mit dem Vertragspartner abgestimmt." Der Bauantrag sei gestellt. Noch Ende dieses Jahres solle mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen werden. Die Eröffnung ist für Ende 2017 geplant. Wie berichtet, wird Haus IV, das aus zwei Obergeschossen besteht, aus gestalterischen Gründen an den Längsseiten mit einer zweiten Textilhaut versehen. Zudem ist das Gebäude komplett mit V-förmigen Sichtbetonstützen aufgeständert, so dass sich im Erdgeschoss Parkmöglichkeiten ergeben. Positive Resonanz "Wir hätten vor anderthalb Jahren nicht erwartet, heute schon so weit in der Umsetzung zu sein. Aber die Resonanz aus der Wirtschaft auf 'Gleis 13' ist ausgesprochen positiv", sagte Architekt Dressler, der zugleich die Stadt lobte: "Uns werden keinerlei Steine in den Weg gelegt." Erfreut zeigte sich auch Stadtbaurätin Nina Herrling. "Wir können froh sein, dass sich Investoren gefunden haben, die dieses gewiss nicht leichte Projekt schultern." Dass es so zügig vorangehe, sei wünschenswert, aber für sie auch überraschend.

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