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Bislang nicht bezogen: Schwedenhaus am Ellernhagen in Niehorst. - © Michael Schuh
Bislang nicht bezogen: Schwedenhaus am Ellernhagen in Niehorst. | © Michael Schuh

Gütersloh Niehorster Schwedenhäuser werden zu einem Wohngebiet erklärt

Das könnte die Befristung beenden

Ludger Osterkamp
01.09.2016 | Stand 01.09.2016, 09:46 Uhr

Gütersloh. Für die Flüchtlingsunterkunft in Niehorst gilt demnächst eine andere baurechtliche Grundlage. Die Politiker im Planungsausschuss haben beschlossen, den Bebauungsplan zu ändern und statt der Gemischtfläche Wohnen/Gewerbe ein reines Wohngebiet auszuweisen. Das könnte auch Folgen für die bislang auf drei Jahre befristete Baugenehmigung der Schwedenhäuser haben. Claudia Koch, Leiterin des Fachbereiches Bauordnung, wollte sich dazu in der Sitzung freilich nicht festlegen. Auf Grundlage des bisherigen Bebauungsplanes gelte ein baugesetzlicher Ausnahmetatbestand, der die Unterkunft zwar ermögliche, aber eben nur befristet auf drei Jahre. "Wie sich die Weiterentwicklung darstellen wird, kann ich nicht prognostizieren." Das Verwaltungsgericht Minden hatte unlängst in einem Beschluss zu einer Anliegerklage deutlich gemacht, dass die Schwedenhäuser - anders als von den Ratsfraktionen zuvor angenommen - als mobile Bauten bis Ende 2019 wieder demontiert werden müssten. Für Norbert Bohlmann (UWG) ist die Rechtslage indes klar. "Sobald der neue Bebauungsplan Rechtskraft hat, ist die Befristung aufgehoben." Dann sei dort ein reines Wohngebiet ausgewiesen, und die Holzhäuser dürften zeitlich unbefristet stehen bleiben. Das ändere allerdings nichts daran, dass die Gebäude architektonisch und städtebaulich "inakzeptabel" seien. "Für die Holzhäuser sind Baukosten von rund 1.650 Euro pro Quadratmeter entstanden." Zu geringfügig höheren Kosten hätte man dafür auch massive Häuser mit einer viermal längeren Nutzungsdauer errichten können. Zudem wäre eine ortsverträgliche Nachnutzung als Sozialwohnungen problemlos möglich gewesen. Dass es so oder so sinnvoll ist, den Bebauungsplan zu ändern, darauf hatten zuvor die Sprecher auch der anderen Fraktionen hingewiesen. Für die jahrelang angepeilte gewerbliche Nutzung finde sich kein Interessent, also sei es richtig, eine Änderung zu beschließen, sagte Dr. Thomas Krümpelmann (SPD). Er plädierte wie Georg Hanneforth (CDU), Norbert Morkes (BfGT) und Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) dafür, bauträgerfrei zu vermarkten. Mit Ein- und Zweifamilienhäusern stelle man sicher, dass sich das Wohngebiet dem Charakter der Siedlung anpasse.

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