Gutachten: Stellenweise liegen die Werte auf dem Flughafengelände über dem fünfzigfachen von dem, was toleriert wird. - © Jens Reddeker
Gutachten: Stellenweise liegen die Werte auf dem Flughafengelände über dem fünfzigfachen von dem, was toleriert wird. | © Jens Reddeker

Gütersloh Gütersloher Flugplatzgelände punktuell stark durch Altlasten verseucht

Stellenweise liegen die Werte über dem fünfzigfachen von dem, was toleriert wird

Gütersloh. Der 330 Hektar große ehemalige Gütersloher NATO-Flughafen ist nach den Untersuchungen der Firma GEOscan im Auftrag des Kreises Gütersloh nur mittelschwer durch Altlasten verseucht. "Die Belastungen sind da, sie waren zu erwarten und sie sind sanierbar", sagte Frank Scheffer, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt beim Kreis Gütersloh. GEOscan-Geschäftsführer Hans-Joachim Hoffmann und sein Team untersuchten über ein Jahr 208 Bereiche mit über 700 Kontrollpunkten, werteten 2.400 Bodenproben und 51 Luftbodenproben aus. Die  Hauptprobleme sind durch ausgelaufenen Kraft- oder Schmierstoffe entstanden, haben ihren chemischen Ursprung als  Mineralöl-  oder als Teerverbindung. "Gemessen an vergleichbaren Standorten herrschen auf dem Gütersloher Flughafen Verhältnisse im positiven Sinne deutlich über  den Standards", sagte Hoffmann vor dem Mitgliedern des Umweltausschusses des Kreises Gütersloh. 163 Gebäude, Werkstätten, Hangars, 36 Lagerplätze, zwei  Absturzstellen von Flugzeugen, eine Gleistrasse und die Ölleitungstrassen sind nach Darstellung des Experten genau untersucht worden. Auffällig hohe Verseuchungen wurden an verschiedenen Tank- und Umladepunkten festgestellt. Hier liegen die Bodenbelastungen teilweise über dem fünfzigfachen Wert, der als normal toleriert wird. Hoffmann: "Diese Probleme lassen sich durch einen Bodenaustausch erledigen."  Belastungen für den Boden entstehen aber auch durch Belag der 2.800 Meter langen Rollbahn. Hier seien noch Teerbeläge verwendet worden, die heute als kritisch gelten. Nutzung entscheidend Auch die ehemalige Skeetanlage sei durch Tontaubentrümmer verseucht, weil die Scheiben damals mit Teerverbindungen gepresst wurden. "Entscheidend ist, wie man die kontaminierten Flächen künftig nutzen will", so der Gutachter. Wird die Skeetanlage der Natur überlassen und nicht gemäht, bestehe kein großer Sanierungsbedarf.  Auch sei von großer Bedeutung, ob ein Treibstoff verseuchter Boden Heimat einer Autowerkstatt oder Garten eines Wohnhauses werde, stellte der Geologe fest. Von den 208 untersuchten Punkten seien 53 Prozent unbelastet, 17 Prozent gering belastet, 14 Prozent merklich verseucht und 16 Prozent stark kontaminiert. "Es wird aufgeräumt in der Liegenschaft", stellte der Gutachter fest. Er herrsche Aufbruchstimmung.  Hoffmann berichtete, dass in den vergangenen Jahren bereits einige der Flächen im Rahmen von Neubauarbeiten saniert worden seien. Auch versorge sich der Flughafen mit eigenem Trinkwasser, das aus 77 Brunnen auf dem Flughafengelände gefördert werde. Die Versorgung soll auch bei der künftigen Nutzung übernommen werden, das Wasser sei weitgehend unbelastet, so der Geologe. Das sei ein gutes Zeichen für die überwiegend sauberen Bereiche. Das Gelände gehört der bundeseigenen Immobilienverwaltung BIMA. Sie ist auch für die Beseitigung der Schäden zuständig und hat nach Aussagen von Fachbereichsleiter Wilhelm Gröver bereits weitergehende Arbeiten in Auftrag gegeben. Der Kreis sei aus dem Verfahren erst einmal raus. Er habe seine Pflicht zur Schadensfeststellung als untere Naturschutzbehörde ausgeführt, erläuterte Gröver den Ausschussmitgliedern im Umweltausschuss. Die Briten verlassen Gütersloh offiziell im Herbst diesen Jahres.

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