0
Parkverbot: Dieser Pkw-Fahrer hat seinen Wagen am falschen Platz abgestellt. Ein aufmerksamer Passant informiert das Ordnungsamt per Smartphone. - © Christian Geisler
Parkverbot: Dieser Pkw-Fahrer hat seinen Wagen am falschen Platz abgestellt. Ein aufmerksamer Passant informiert das Ordnungsamt per Smartphone. | © Christian Geisler

Gütersloh Falschparker am Internet-Pranger

Die Mitarbeiter der hiesigen Ordnungsämter sind skeptisch

Christian Geisler
05.04.2016 | Stand 05.04.2016, 11:29 Uhr
Vergehen: Im Gütersloher Stadtgebiet haben drei Autofahrer auf einem Gehweg geparkt, einer auf dem Fahrradweg. - © Wegeheld.de
Vergehen: Im Gütersloher Stadtgebiet haben drei Autofahrer auf einem Gehweg geparkt, einer auf dem Fahrradweg. | © Wegeheld.de

Gütersloh. Falsches Parken wird in der Regel mit einem Bußgeld in Höhe von fünf bis 30 Euro bedacht. Eine zusätzliche Behinderung von Einsatz- oder Rettungsfahrzeugen führt laut Bußgeldkatalog eine Strafe von bis zu 65 Euro mit sich. Entrichtet der Verkehrssünder den fälligen Betrag, hat er keine weiteren Konsequenzen zu befürchten.

Dies soll sich mit der Smartphone-Anwendung Wegeheld ändern. Mit Hilfe der Applikation (App) können Falschparker öffentlich und anonym im Internet auf einer extra eingerichteten Webseite sowie in sozialen Netzwerken „angeprangert" werden, im Weiteren besteht die Möglichkeit, zuständige Ordnungsämter zu kontaktieren. Ein Verstoß gegen Halte- und Parkverbote wird somit öffentlich zur Schau gestellt, die Behinderung und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer soll durch diese Maßnahme eingeschränkt werden. „Falschparker mussten sich bislang zu wenig Gedanken um die Konsequenzen ihrer Kavaliersdelikte machen. Im Höchstfall droht ein ,Knöllchen’ von 20 Euro, aber auch nur, wenn sie erwischt werden", erzählt Heinrich Strößenreuther, Herausgeber von Wegeheld, und ergänzt: „Wir möchten auf die Rücksichtslosigkeit und das Ärgernis des Falschparkens aufmerksam machen."

Laut des Internetauftritts der Anwendung sind in der Stadt Gütersloh aktuell vier Falschparker „angeprangert" worden, teilweise sind die Veröffentlichungen sogar mit Fotos versehen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Gütersloh seien aber noch nicht auf die Anwendung Wegeheld aufmerksam geworden. Vielmehr gehen Fremdanzeigen in Gütersloh zwar „in geringen Maßen" aber ausschließlich über Mailzusendungen oder Anrufe ein, so Thomas Habig, Leiter des Fachbereiches Ordnung der Stadt Gütersloh. Darüber hinaus seien täglich sechs Mitarbeiter im Stadtgebiet unterwegs, um Falschparker ausfindig zu machen und sie mit Strafen zu versehen.

Eberhard Greufe, Leiter des Ordnungsamtes Rheda-Wiedenbrück, sei zwar dankbar für jede Information über einen Missstand „aber da brauche ich keine App für." Im Zweifel könne jeder Bürger sein Smartphone zücken, ein Foto schießen und es dem Ordnungsamt direkt zusenden. Ohnehin halte Greufe eine öffentliche Anprangerung von Falschparkern für nicht gerechtfertigt: „Da geht es um reine Anschwärzung. Ich sehe das kritisch. Maßnahmen gegen derartige Vergehen müssen immer in staatlicher Regie erfolgen. Dazu sind wir zum Datenschutz verpflichtet", erklärt Greufe.

Newsletter abonnieren

Update zum Mittag

Die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe zum Ausbruch von Covid-19 und Neuigkeiten aus OWL und der Welt.

Wunderbar. Fast geschafft!

realisiert durch evolver group