Vermächtnis für Gütersloh: Über das Erbe der Eheleute Epke freuen sich (v.l.) Carola Wallis (Gütersloher Tafel), Thomas Habig (Stadt Gütersloh), Jürgen Trendelkamp (Tafel), Andreas Walczak-Detert (Ev. Kindergärten), Susanne Wegener-Dreckmann (Blindenverein), Kristina Schwarzkopf und Petra Kulik (Tierheim Gütersloh), Nina Spallek, Heinz Generotzky und Brigitte Büscher (Bürgerstiftung). - © privat
Vermächtnis für Gütersloh: Über das Erbe der Eheleute Epke freuen sich (v.l.) Carola Wallis (Gütersloher Tafel), Thomas Habig (Stadt Gütersloh), Jürgen Trendelkamp (Tafel), Andreas Walczak-Detert (Ev. Kindergärten), Susanne Wegener-Dreckmann (Blindenverein), Kristina Schwarzkopf und Petra Kulik (Tierheim Gütersloh), Nina Spallek, Heinz Generotzky und Brigitte Büscher (Bürgerstiftung). | © privat

Gütersloh Vermächtnis in Millionenhöhe geht an gemeinnützige Einrichtungen

Eheleute Ursula und Gottfried Epke begünstigen in ihrem Testament die Gütersloher Bürger

Gütersloh. Ihr Leben lang haben sich Ursula und Gottfried Epke sozial engagiert - und tun das auch über ihren Tod hinaus. Die vor einigen Jahren verstorbenen Eheleute, Gründer eines Betriebes für Garten- und Landschaftsbau am Grenzweg in Pavenstädt, haben ein Erbe hinterlassen, über das sich nun mehrere gemeinnützige Organisationen in Gütersloh freuen können. Noch zu Lebzeiten hatten die Epkes verfügt, dass ihr Vermögen ein Vermächtnis an die Menschen in Gütersloh sein soll. Jetzt ist unter dem Dach der Bürgerstiftung die unselbständige Epke-Stiftung gegründet worden. Die Erträge aus der Stiftung gehen an die Tafel, das Tierheim, den Blindenverein und die evangelischen Kindergärten. Das Vermögen der Epke-Stiftung gab die Bürgerstiftung gestern mit circa 3,6 Millionen Euro an. Es besteht in der Hauptsache aus Immobilienvermögen in Gütersloh, das langfristig sowohl land- und forstwirtschaftlich als auch wohnwirtschaftlich genutzt wird und vermietet oder verpachtet ist. "Wir nehmen dieses Vermächtnis der Eheleute Epke sehr dankbar an", sagte Brigitte Büscher, Vorstandssprecherin der Bürgerstiftung. Ursula und Gottfried Epke hatten ihr Unternehmen Mitte der 50er Jahre auf der Grundlage des elterlichen landwirtschaftlichen Betriebes aufgebaut, betrieben und damit ihr Vermögen geschaffen. Das Ehepaar hat keine Nachkommen hinterlassen. Ihr einziges Kind ist in jungen Jahren durch einen Verkehrsunfall verstorben. Ihr Betrieb, der nach wie vor unter altem Namen firmiert, wird bereits seit 2002 von Ingo Hanneforth geführt. Elf Mitarbeiter sind bei Epke beschäftigt, plus etliche Mini-Jobber. Hanneforth, Meister und Ausbilder, ist bereits seit 1986 in dem Unternehmen tätig; der 49-Jährige sagte, die Eheleute Epke seien äußerst soziale, herzliche und hilfsbereite Menschen gewesen, schon zu Lebzeiten hätten sie sich auf vielerlei Weise für Benachteiligte eingesetzt. Ihm sei es wichtig gewesen, auch als Pächter und Mieter den Firmennamen zu erhalten, und er hoffe, dass das auch in den nächsten Jahrzehnten so bleiben werde. Das Unternehmen ruhe auf drei Säulen: Baumschule, Gartengestaltung und Friedhofsgärtnerei. Bereits 2007 und 2009 waren die Eheleute gestorben. In ihrem testamentarischen Vermächtnis legten sie den Erhalt und die Zweckbestimmung ihres Vermögens fest und übergaben die Vollstreckung ihres letzten Willens in die Hände ihres langjährigen wirtschaftlichen Beraters, dem Wirtschaftsprüfer Joachim Hörster. Dieser hat das Vermächtnis nun durch die Gründung der unselbständigen Stiftung in der Treuhandschaft der Gütersloher Bürgerstiftung erfüllt. Dass sich das Verfahren um den Erbschein so lange hinzog, lag laut Hanneforth auch an der schwierigen rechtlichen Bewertung des Vermögens; es habe geklärt werden müssen, welcher Teil unter die Höfeordnung falle und welcher als Gewerbebetrieb zu bewerten sei. Profitieren werden von diesem Vermächtnis nun die Gütersloher Tafel, das Tierheim, der Blindenverein und die evangelischen Kindergärten. Anlässlich der Gründung der Stiftung erhielten sie erstmalig jeweils 3.000 Euro ausgezahlt. Die Erträge setzen sich zusammen aus Mieteinnahmen und Kapitalerträgen, abzüglich der Verwaltungs- und anderer Kosten. Die Tafel wird nach dem Wunsch der Stifter ein Drittel der ihr jährlich zufließenden Erträge für eine angemessene Bestattung von Bedürftigen in Zusammenarbeit mit der Stadt verwenden. "Zukünftig werden wir mit Hilfe eines Wirtschaftsprüfers immer zur Jahresmitte ermitteln, welchen Ertrag das Immobilienvermögen der Epkes erwirtschaftet hat", erklärte Heinz Generotzky, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung. Denkbar sei, dass die Bürgerstiftung gemeinsam mit den Begünstigten Projekte entwickele.

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