Blick durchs Bettgestell: Sozialdezernent Joachim Martensmeier und Fachbereichsleiter Sieveking Wolfgang schauten gestern in der Sporthalle der Hauptschule Nord nach den Stand der Umbauarbeiten. Montag solle die ersten Flüchtlinge ankommen. - © Jens Ostrowski
Blick durchs Bettgestell: Sozialdezernent Joachim Martensmeier und Fachbereichsleiter Sieveking Wolfgang schauten gestern in der Sporthalle der Hauptschule Nord nach den Stand der Umbauarbeiten. Montag solle die ersten Flüchtlinge ankommen. | © Jens Ostrowski

Gütersloh Stadt Gütersloh räumt Turnhalle für Flüchtlinge

Ab Montag sollen in das Gebäude der Hauptschule Nord Asylbewerber einziehen

Gütersloh. Was die Unterbringung von zugeteilten Flüchtlingen betrifft, stößt die Stadt Gütersloh langsam aber sicher an ihre Kapazitätsgrenzen. "Alle Möglichkeiten an verfügbarem Wohnraum sind ausgeschöpft", betont Sozialdezernent Joachim Martensmeier. Zum ersten Mal werden deshalb jetzt der Stadt zugeteilte Flüchtlinge - nicht zu verwechseln mit den Asylbewerbern in den Notunterkünften Spexard und Friedrichsdorf - in einer Turnhalle untergebracht. Laut Martensmeier kommen derzeit durchschnittlich 70 Flüchtlinge wöchentlich in Gütersloh an. "Es ist uns momentan nicht mehr möglich, die Menschen wie bisher in kleinen Wohneinheiten unterzubringen", sagte Martensmeier weiter. Deshalb sei innerhalb von einer Woche die Turnhalle der Hauptschule Nord umgebaut und für insgesamt 170 Menschen hergerichtet worden. Die ersten 70 sollen bereits am Montag eintreffen. In Windeseile bauten Stadt und das Deutsche Rote Kreuz Stellwände aus Sperrholz auf, die den Flüchtlingen immerhin ein Mindestmaß an Intimsphäre bieten sollen. Der Zugang zu den Parzellen soll noch durch Vorhänge geschützt werden. Die Räume selbst sind mit Doppelstockbetten ausgestattet, in ihnen werden jeweils sechs bis acht Flüchtlinge untergebracht. Abschließbare Spinde für jeden Bewohner sind bestellt und sollen noch rechtzeitig bis Montag angeliefert werden. Draußen vor der Halle wird ein riesiges, beheizbares Zelt für die Speisung aufgebaut. Die Bewirtung übernimmt die Küche des St.-Elisabeth-Hospitals. Die Menschen werden vom DRK betreut, zwei Personen sind in zwei Schichten ansprechbar. Ein Sicherheitsdienst sorgt zudem rund um die Uhr für Schutz. Sportunterricht werde durch die Belegung der Turnhalle übrigens keine einzige ausfallen, betonte Wolfgang Sieveking, Leiter Fachbereich Familie und Soziales. Die Klassen der Hauptschule Nord sowie auch der Freiherr-vom-Stein-Realschule würden auf andere Hallen aufgeteilt. Zudem habe die Stadt zusätzliche Zeiten im neuen Hallenbad gesichert. Bereits am Mittwochabend waren die unmittelbaren Anwohner der neuen Flüchtlingsunterkunft von der Stadt informiert worden. Joachim Martensmeier zeigte sich sichtlich erfreut, "über die ruhige und sachliche Diskussion". Die Anwohner äußerten auch Sorge um die Perspektive und die Integration der Flüchtlinge. "Parallel dazu wurde an dem Abend bereits konkrete Hilfsbereitschaft signalisiert. Der örtliche Tennisverein will Sortangebote machen. Privatpersonen wollen Gegenstände spenden", sagte Martensmeier. Und: "Wir sind alle aufgefordert, Akzeptanz und Toleranz zu zeigen."

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