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Zeit zu zweit: Betreuerin Silvia Benteler-Aufenanger verbringt Zeit mit dem kleinen Ibrahim und entlastet so dessen Familie. - © VKM
Zeit zu zweit: Betreuerin Silvia Benteler-Aufenanger verbringt Zeit mit dem kleinen Ibrahim und entlastet so dessen Familie. | © VKM
Kreis Gütersloh

Wenn Mütter am Limit sind

Helfer: Der familienunterstützende Dienst des Vereins VKM hat einen langen Titel 
und eine wichtige Funktion. Wie die Mitarbeiter Familien entlasten, die ein behindertes Kind haben

13.11.2015 | Stand 13.11.2015, 12:30 Uhr

Kreis Gütersloh. Ein schwer krankes Kind, ein Elternteil im Rollstuhl, ein Angehöriger mit Behinderung – in vielen Familien werden täglich große Aufgaben geschultert. Wenig bekannt ist, dass es Möglichkeiten zur Entlastung gibt, etwa den Familienunterstützenden Dienst (FuD) des Vereins „VKM – Für Menschen mit Förderbedarf“. Die Mitarbeiter unterstützen im Alltag, schaffen so Freiräume für die Angehörige und Zeit zum Durchschnaufen.

Dass eine fünffache Mutter Tag für Tag gut eingespannt ist, kann sich jeder gut vorstellen. Was aber, wenn eines der Kinder Epilepsie hat und rund um die Uhr von der Mutter betreut werden muss? „Ich hatte immer viel zu wenig Zeit für die anderen Kinder, und für meinen Mann und mich selbst sowieso“, erzählt Natalia Derksen.

„Zuerst habe ich mich ja gar nicht getraut, Kevin abzugeben“

Ähnlich ist die Situation bei Familie Atalan. Der dreijährige Ibrahim ist stark in seiner Entwicklung verzögert und braucht deshalb ständige Betreuung. Doch auch sein Bruder Abraham (2) braucht die Zuwendung von Mutter Sonja. Um den kleinen Ibrahim kümmert sich deshalb jetzt dreimal im Monat VKM-Mitarbeiterin Silvia Benteler-Aufenanger. Und auch die Derksens werden seit Sommer 2014 durch einen Betreuer unterstützt, der sich um den zehnjährigen Kevin kümmert. Für seine Mutter ist so Zeit da, um mit den Kindern etwas zu unternehmen, Zeit mit ihrem Mann zu verbringen oder um in Ruhe Kuchen zu backen.

Das sei zu Beginn eine große Umstellung gewesen, berichtet Mutter Natalia Derksen. „Zuerst habe ich mich ja gar nicht getraut, Kevin abzugeben.“ Denn in seiner schlimmsten Zeit hatte der Junge, der die Wiesenschule in Rietberg besucht, bis zu 50 Anfälle am Tag. 24 Stunden im Monat verbringt Kevin außerdem nun mit Betreuer Peter Schmidt. Die beiden spielen häufig Fußball oder mähen gemeinsam den Rasen.

„Spaziergänge, die Vogelnestschaukel bei uns um die Ecke oder Hoppe-Hoppe-Reiter spielen“, kennt Betreuerin Benteler-Aufenanger die Vorlieben des kleinen Ibrahim. Während sie aufpasst, kann Mutter Sonja erledigen, was auch noch sein muss. „Wir können in Ruhe Arztbesuche machen oder auch zu zweit spielen“, sagt die Rietbergerin.

Bei Fragen steht Meike Moeller-Friedrich vom FuD zur Verfügung unter Tel. (0 52 44) 40 57 64 71 oder per E-Mail unter meike.moeller-friedrich@
vkmgt.de.

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