Mit Brücken und Wällen: Bauleiter Lothar Krämer ist mit dem zeitlichen Ablauf der A-33-Baustelle zufrieden. Die Brücke für die Queller Straße an der Stadtgrenze zwischen Bielefeld und Steinhagen steht. Daneben und darunter wird viel Boden bewegt. - © Andreas Zobe
Mit Brücken und Wällen: Bauleiter Lothar Krämer ist mit dem zeitlichen Ablauf der A-33-Baustelle zufrieden. Die Brücke für die Queller Straße an der Stadtgrenze zwischen Bielefeld und Steinhagen steht. Daneben und darunter wird viel Boden bewegt. | © Andreas Zobe

Kreis Gütersloh A 33 soll in vier Jahren fertig sein

Autobahn-Baustelle: Für die Dämme und Wälle müssen fast 500.000 Kubikmeter Boden aufgeschüttet werden. Die voraussichtlichen Kosten für den Ausbau bis Borgholzhausen belaufen sich auf 250 Millionen Euro

Joachim Uthmann

Kreis Gütersloh. Wasser ist der große Feind der Autobahnbauer. Große Vakuumpumpen saugen die Baugrube fürs Regenrückhaltebecken an der Queller Straße leer. Hier kreuzt die künftige A 33 die Lutter. Eine 120 Meter lange Brücke überspannt die Aue. Auf dem Abschnitt vom Ostwestfalendamm bis Steinhagen laufen jetzt die Erdarbeiten. Ende 2017 soll er bis Schnatweg eröffnet werden, erklärt Bauleiter Lothar Krämer vom Landesbetrieb „straßen NRW“. Wo die Trasse tief liegt, sammelt sich teils noch das Wasser. Auf dem Baufeld nördlich von Gütersloh mühen sich die großen Lastzüge durch den Morast. Derzeit wird vor allem Boden bewegt – allein für den relativ kurzen, 3,2 Kilometer langen Bielefelder Abschnitt fast 500.000 Kubikmeter, weitere 400.000 Kubikmeter bis zum Schnatweg. Denn auf Bielefelder Gebiet wird die A 33 weitgehend auf einem bis zu sechs Meter hohen Damm geführt. Da ist der Bodenbedarf groß. Weil auch teils noch über fünf Meter hohe Lärmschutzwände in der Nähe von Wohnsiedlungen aufgesetzt werden, wird sich eine fast zwölf Meter hohe Barriere durch die Landschaft ziehen. Krämer räumt ein: „Das hat schon eine optische Wirkung.“Autobahnbau 
ist eine Massenschlacht Bis Ende 2016 soll der eigentliche Autobahnbau bis zum Schnatweg fertig sein, sagt Krämer. Dann würden die Lärmschutzwände – allein auf Bielefelder Gebiet 26.000 Quadratmeter – und die weitere Ausstattung wie Schilder, Leitpfosten, Fernmeldeanlagen, Wildschutzzäune und Markierungen folgen. Insgesamt kostet die A 33 vom OWD bis zum Schnatweg rund 110 Millionen Euro. Den Großteil des Bodens fördert die Papenburger Firma Bunte in Quelle an der 
B 68 auf dem Gelände Meyer zu Bentrup. Bunte darf hier bis zu 850.000 Kubikmeter Sand abbauen. Das Loch, das entsteht, soll ein Badesee werden für den angrenzenden Campingplatz. Krämer bezeichnet den Autobahnbau gern als „Massenschlacht“. Auf dem Abschnitt allein werden rund 110.000 Quadratmeter Asphaltfläche hergestellt, 12.000 Meter Rohre und Drainagen verlegt, 24.000 Kubikmeter Frostschutz-Schotter eingebaut. Wenn Ende 2017 die A 33 bis zum Schnatweg freigegeben wird, werden Straßen wie die B 68 deutlich entlastet. Von dort aus fließt der Verkehr dann am neuen, von den Nachbarstädten Gütersloh, Halle und Werther entwickelten Gewerbegebiet Ravenna in Künsebeck vorbei, wo unter anderem Gerry Weber baut, wird zur Westumgehung Halle geleitet.2019 soll die letzte Lücke geschlossen sein Ende 2018 könnte der nächste Abschnitt bis Halle fertig werden, bis Ende 2019 soll die letzte Lücke bis Borgholzhausen, mit deren Schluss dann 250 Millionen Euro verbaut sind, geschlossen sein. Lothar Krämer ist zuversichtlich, dass das klappen kann. Auch die Insolvenz des Unternehmens, das sechs Grünbrücken auf dem letzten Abschnitt bauen sollte, werfe den Zeitplan nicht über den Haufen. Die Arbeiten würden an ein anderes Unternehmen neu vergeben. Hier zahle sich aus, dass die Bauwerke früh angefangen wurden. So könnten die Grünbrücken nachgeholt werden. Der Zeitpuffer sei groß genug. Der Verschiebung habe auch die Landschaftsbehörde zugestimmt, die sich um den Artenschutz sorgt. Allerdings bringen die Folgen der Insolvenz Mehrkosten im niedrigen sechsstelligen Bereich. An der Queller Straße laufen unterdessen die Pumpen weiter. Für das kleinere Vorklärbecken ist die Sohle gegossen. Daneben entsteht das eigentliche Regenrückhaltebecken mit 700 Kubikmeter Fassungsvermögen. Das wird bei Starkregen auch Wasser vom 700 Meter entfernten Heidekamp aufnehmen.

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