Gütersloh Ausstellung zu Ehren der "Tollen Knolle"

Kartoffel: Eine neue Ausstellung im Stadtmuseum Gütersloh dreht sich um das beliebteste Nahrungsmittel der Deutschen. Doch die Macher wollen auch mahnen

Gütersloh. Es gibt sie in den verschiedensten Kombinationen - ob gebraten, püriert oder frittiert: Die Kartoffel schmeckt wohl jedem. Deshalb widmet das Gütersloher Stadtmuseum der Knolle jetzt eine eigene Ausstellung, die noch bis zum 22. November zu sehen sein wird. "Vorgestellt wird hier die Vielfalt des Grundnahrungsmittels", sagt Museumsleiter Dr. Rolf Westheider "Die Ausstellung ist gerade deshalb interessant, da die Kartoffel ein typisches Heimatthema ist." Die Idee zur Ausstellung hatten die Rhederaner Martin Wedeking und Norbert Ellermann. Bereits 2004 begannen die beiden Historiker auf Anfrage des Preußen-Museums in Minden mit den sechsmonatigen Recherchearbeiten rund um die Kartoffel. Heute ist die Ausstellung mit dem Namen "Pickert, Pommes, Pellkartoffeln - Streifzüge durch ein Kartoffelland" in Gütersloh ausgestellt und vermittelt Besuchern die Besonderheiten des Nahrungsmittels. "Kartoffel ist Heimat - aber das war nicht immer so", erklärt Norbert Ellermann. Neben der Antwort auf die Frage, wie die aus Südamerika stammende Kartoffel nach Europa kam, stellt die Ausstellung auch die unterschiedliche Verwendung von damals zu heute heraus. "Da in Ostwestfalen ein erträglicher Getreideanbau kaum möglich war, eignete sich hier die Kartoffel gut als Getreideersatz", sagt Martin Wedeking. Ebenfalls angerissen wird die Entwicklung der Bedeutung der Kartoffel. Ellermann spricht an dieser Stelle schmunzelnd von "der Karriere eines Nahrungsmittels": "Anfangs diente die Kartoffel dazu, Hungersnöte abzudecken. Außerdem taugte sie gut als Anbauprodukt in Kriegszeiten." Denn Kartoffelfelder seien, hingegen zu Getreideflächen, aufwendiger zu verwüsten gewesen. Die Ausstellung will aber auch anstoßen: "Durch Massenkonsum wird zu viel Nahrung weggeschmissen", sagt Ellermann. "Die Wertschätzung von Produkten darf nicht in Vergessenheit geraten."

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