0
Gehört der FDP an: Alex Michel. Foto Raimund Vornbäumen - © Raimund Vornbäumen
Gehört der FDP an: Alex Michel. Foto Raimund Vornbäumen | © Raimund Vornbäumen

Gütersloh Kandidat auf den letzten Drücker

Alex Michel will Bürgermeister werden

28.07.2015 | Stand 27.07.2015, 19:16 Uhr

Gütersloh. Gerüchte über einen möglichen fünften Bewerber fürs Bürgermeisteramt kursierten schon seit einigen Wochen. Sollte der Wahlausschuss am Donnerstag zu keinem anderen Ergebnis gelangen, ist es nun gewiss: Alex Michel tritt bei der Wahl um die Nachfolge von Maria Unger am 13. September an.

Auf den letzten Drücker reichte der 51-Jährige, der aus Kasachstan stammt und vor 33 Jahren als Spätaussiedler nach Deutschland kam, gestern die letzten Unterstützungsunterschriften für seine Kandidatur im Rathaus ein. Am Vormittag musste er gar noch einmal losziehen, weil in einigen Fällen die förmlichen Voraussetzungen nicht erfüllt waren. Letztlich kam Michel auf 267 gültige Unterschriften, sieben mehr als vorgeschrieben. Um 18 Uhr endete die Frist für die Abgabe der Wahlvorschläge.

Erst Mitte Juni habe er sich zur Kandidatur entschlossen, sagt Michel, der mit seinem Vater im eigenen Haus mit großen Grundstück, Gemüsegarten und Geflügelhaltung – Stichwort Selbstversorgung – an der Marienfelder Straße wohnt. Seine Sätze sind nicht immer leicht zu verstehen. „Meine Aussprache war schon mal etwas besser“, räumt er ein und versucht zu erklären, warum er Bürgermeister werden will. 1995 im Aufnahmelager Unna-Massen hätten die Beamten zu ihm gesagt, er selbst sei bestens geeignet für eine Beamtenlaufbahn im Rathaus in Gütersloh, wo bereits Eltern und zwei Schwestern wohnten.

Dann kommt Michel, derzeit Verglaser in einer Verler Firma, auf sein nicht abgeschlossenes Theologiestudium in Riga zu sprechen und seine Begegnung mit dem früheren FDP-Ratsherrn Tassilo Hardung. Dies und die Bemühungen des einstigen Außenministers Hans-Dietrich Genscher um die Ostöffnung hätten ihn bewogen, der FDP beizutreten. Das war vor 13 Jahren.

Als politische Schwerpunkte nennt der stark christlich religiös orientierte Michel, Mitglied der Landsmannschaft der Bessarabiendeutschen, zum einen die Familienpolitik. „Auch wenn ich selbst ledig bin und keine Kinder habe.“ Aber der familiäre Zusammenhalt sei für die Gesellschaft sehr wichtig. Hohe Bedeutung hätten für ihn zum anderen die Themen Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung. Und dass er eine Vision habe, wolle er nicht verschweigen: „Gütersloh wäre die ideale Hauptstadt eines eigenständigen Landes Westfalen-Lippe.“

Empfohlene Artikel

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group