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Ankunft: Auf vier Busse verteilt, erreichen am Abend etwa 200 Flüchtlinge die Sporthalle in Friedrichsdorf. - © Patrick Menzel
Ankunft: Auf vier Busse verteilt, erreichen am Abend etwa 200 Flüchtlinge die Sporthalle in Friedrichsdorf. | © Patrick Menzel

Gütersloh Flüchtlinge beziehen ihr Notlager in Gütersloh

Wenige Informationen für die Helfer in Friedrichsdorf / Sporthalle ist restlos belegt

Katharina Eisele
25.07.2015 | Stand 27.07.2015, 13:59 Uhr |

Gütersloh. Für 200 Flüchtlinge ist die Sporthalle in Friedrichsdorf seit Freitag ihr provisorisches Zuhause. Die Menschen kamen am frühen Abend mit vier Bussen in dem Gütersloher Ortsteil an. Trotz einer chaotischen Informationspolitik, waren die Helfer vor Ort gut vorbereitet. "Das wissen wir nicht", mussten die Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes am Freitagvormittag immer wieder sagen. Welche Flüchtlinge, woher, wann in Friedrichsdorf ankommen sollten, war bis zur Ankunft unklar. Erst zwei Tage zuvor hatte die Bezirksregierung Arnsberg die Unterbringung in zwei Gütersloher Sporthallen, Friedrichsdorf und Spexard, angeordnet. Die kurzfristige und mangelhafte Kommunikation liege insbesondere an der Arbeitsbelastung in den Erstaufnahme-Einrichtungen, wie ein Sprecher der Bezirksregierung erklärt. Erst im Laufe des Tages ergebe sich dort, ob und wie viele Menschen an die Notunterkünftige geschickt werden müssen. Meist zeige sich sogar erst zwei bis drei Stunden vorher, welcher Einrichtung wie viele Flüchtlinge zugeteilt werden. Trotzdem versuche man auf die neue Situation in den Kommunen Rücksicht zu nehmen. "Die verantwortlichen Stellen sind bemüht, die Notunterkünfte nicht direkt auszulasten", hieß es von der Bezirksregierung. Für Gütersloh galt dieses Versprechen allerdings nicht. Mit 200 Ankömmlingen ist die Sporthalle "Alte Ziegelei" seit dem Abend bereits restlos belegt.Mangelnde Kommunikation, kurzfristige Entscheidungen Die Betreuung der Notunterkünfte übernimmt zwar der Kreisverband Gütersloh des Deutschen Roten Kreuzes, das Wochenende über ist aber zunächst der Malteser Hilfsdienst zuständig. Das Leitungsteam Christian Behr, Philipp Schoenwald und Andre Bechtloff koordinierte die Mitarbeiter aus Gütersloh, Rietberg, Rheda-Wiedenbrück und Herzebrock. Zwar wurde die Arbeit der Malteser durch die mangelnde Kommunikation erschwert und viele Entscheidungen wurden kurzfristig getroffen, trotzdem fühlte man sich im Vorfeld gut vorbereit. Nach Ankunft der Flüchtlinge verlief der geplante Ablauf nach Worten des Gütersloher Ordnungsamtschefs weitgehend reibungslos. Die Ankömmlinge unterzogen sich zunächst einer Routineuntersuchung. In den medizinischen Einrichtungen arbeiten die Malteser mit Bildern und Piktogrammen, um die einzelnen Untersuchungsschritte zu erklären. "Wir hoffen außerdem darauf, dass unter den Flüchtlingen auch einige Englisch sprechen und so übersetzen können", fügt Behr hinzu. Danach wurden sie registriert. Anschließend wurden Hygienetaschen verteilt, in denen die Flüchtlinge grundlegende Hygieneartikel wie Shampoo sowie Zahnbürste und Zahnpasta, enthalten waren. In der Sporthalle wurden die drei Trennwände runter gelassen, um so wenigstens Frauen und Männer getrennt unterbringen zu können. "Privatsphäre gibt es hier nicht", sagt Behr. Die gemeinsame Unterbringung von Familien wird damit auch erschwert. Ein Caterer gab am ersten Abend das Essen aus und wird auch die kommenden Wochen drei Mal täglich für die Mahlzeiten sorgen. Anschließend konnten die Menschen sich einrichten. Jedem Flüchtling stehen eine dünne Sommerdecke, Kissen und Feldbett zur Verfügung.

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