Investoren: Rick Mädel (v. l.) und Barbara Hagedorn stellten ihr Konzept für den Güterbahnhof auch Stadtplaner Michael Zirbel vor
Investoren: Rick Mädel (v. l.) und Barbara Hagedorn stellten ihr Konzept für den Güterbahnhof auch Stadtplaner Michael Zirbel vor

Gütersloh Güterbahnhof weicht Bürogebäuden

Heimischer Unternehmer investiert 15 Millionen Euro in drei Gebäude an der Bahnstrecke

Thorsten Gödecker

Gütersloh. Geschätzte 15 Millionen Euro wird das Gütersloher Unternehmen Hagedorn Revital in das Güterbahnhofsgelände investieren. "Revitalisierung" nennt Geschäftsführer Rick Mädel den Abbruch des alten Güterbahnhofs, die Sanierung der Fläche und den Neubau von drei Büro-Gebäuden. Wie berichtet, hatte der heimische Abbruchunternehmer Thomas Hagedorn sich gegen neun weitere Mitbieter durchgesetzt und den Zuschlag von der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG), einer gemeinsamen Tochtergesellschaft des Landes NRW (51 Prozent) und der Deutschen Bahn (49 Prozent), für das Güterbahnhofsgelände erhalten. Die BEG hatte als Mindestgebot für das 10.800 Quadratmeter große Areal im vorigen Jahr 400.000 Euro festgesetzt. "Wir haben einen Profi gesucht, der in der Lage ist die Fläche aufzuklären und zu entwickeln. Hagedorns Vorstellungen haben uns überzeugt", sagt Thomas Lennertz, Geschäftsführer der BEG. Rick Mädel, der Hagedorns Pläne im Rathaus vorstellt, nennt das Projekt "Gleis 13" . Geplant sei der Neubau von insgesamt drei U-förmigen Gebäuden, die jeweils zirka 2.000 bis 2.500 Quadratmeter Bürofläche bieten sollen. Zusammen mit dem Bielefelder Projektentwickler Christoph Borchard habe Hagedorn ein Joint Venture gegründet, um das Projekt in den kommenden sechs Jahren zu realisieren. Borchard habe sich nicht nur in Bielefeld, wo er das Lenkwerk entwickelt habe, einen Namen bei der Neunutzung von Konversionsflächen gemacht. Borchert will hochwertige Mieter für die Neubauten gewinnen und strebt einen Branchenmix mit möglichst langen Mietverträgen an. Auch ein Fitnessstudio ist im Gespräch. "Aus dem hässlichen Entlein Güterbahnhof eine Quartier zu formen, das auf Interesse stößt, ist keine leichte aber eine sexy Aufgabe", sagt Borchard. Er sehe genug Potenzial in Gütersloh, um die geplante Bebauung in drei Schritten (2016, 2018 und 2020) mit Leben zu füllen. Das etwa 300 Meter lange und 38 Meter breite Areal sei ein "extrem schwieriges Grundstück": "Das reizt mich." Sehr gute Laune hat auch Barbara Hagedorn, die die Geschäfte der Hagedorn-Holding führt: "Das ist unser Bekenntnis zum Standort Gütersloh", sagt die Unternehmerin und verspricht eine hochwertige Bebauung, die als Visitenkarte ihres weltweit tätigen Unternehmens taugt. Hagedorn könne Zuhause zeigen, dass der Konzern längst viel mehr sei als ein großes Abbruchunternehmen. Qualität versprechen auch Borchard und Mädel. Die Fassaden müssten vom Langen Weg und von der Bahnstrecke aus, einen hochwertigen Eindruck vermitteln. Ein Wunsch, den auch Stadtbaurat Henning Schulz hegt, sorgt er sich doch um den Eindruck, den "unsere Stadt" bei den im ICE Hindurchrasenden hinterlässt. Schulz erhofft sich zusätzliche Impulse für das durch die Bahnstrecke abgetrennte Quartier "Hier wird eine neue Qualität entstehen", verspricht Schulz. Das wird auch Zeit, denn seit 1997 wird im Rathaus über eine "Revitalisierung" der Bahn-Brache nachgedacht. Stadtplaner Michel Zirbel erinnert sich an "exotische und handfeste Ideen", die aber allesamt nicht realisiert worden seien. Der erste Grundstein für "Gleis 13" dürfte nicht vor 2016 gesetzt werden. "Dieses Jahr brauchen wir, um unsere Planungen zu konkretisieren", sagt Borchard.

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