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Gütersloh Anke Knopps Kandidatur überrascht

CDU und SPD nehmen mögliche neue Konkurrentin um das Bürgermeisteramt "sportlich"

08.01.2015 | Stand 07.01.2015, 22:06 Uhr
"Mutige Entscheidung": Matthias Trepper (SPD).
"Mutige Entscheidung": Matthias Trepper (SPD).

Gütersloh (he). Bis Montag schien sich die Frage, wer nach Maria Unger (SPD) neues Oberhaupt der Stadt Gütersloh werden würde, zwischen zwei Männern zu entscheiden. Dann verkündete die ehemalige Grünen-Politikerin Anke Knopp, dass auch sie mit einer Kandidatur für das Bürgermeisteramt liebäugele - eine Nachricht, die gestern einige Wellen schlug.

"Ich bin überrascht", sagt der Bürgermeisterkandidat der SPD, Matthias Trepper. "Ich wusste nicht, dass sie solche Ambitionen hegt." Persönlich freue er sich auf eine inhaltliche und politische Auseinandersetzung mit Knopp, die er für einen "kritischen Geist" und eine "engagierte Bürgerin" hält. Zudem würde die Kandidatur Knopps den Wahlkampf für den anstehenden Urnengang beleben. "Es ist immer besser und gut für die Demokratie, wenn es mehr Wahlmöglichkeiten gibt", so Trepper.

Auch die CDU reagierte überrascht auf die Ankündigung Knopps, für das Amt der Bürgermeisterin kandidieren zu wollen. Der designierte Kandidat der Union, Baurat Henning Schulz, wollte sich zu der möglichen Konkurrentin vor seiner offiziellen Nominierung durch die Christdemokraten am 21. Januar nicht äußern. Der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Raphael Tigges, gibt sich trotz der möglichen neuen Konkurrenz betont gelassen. "Wir nehmen das sportlich und werden uns mit ihr und ihrem Programm auseinandersetzen." Er kenne Anke Knopp als streitbare Person, die im "vorparlamentarischen Raum sehr aktiv" sei. Genau hier setzt Tigges allerdings auch mit Kritik an der potenziellen Kandidatin an: Er moniert, dass Knopp nicht bereits zur Kommunalwahl für ein Ratsmandat angetreten sei. "Es wäre konsequenter gewesen, wenn sie schon damals Flagge gezeigt hätte."

"Früher Flagge zeigen": Raphael Tigges (CDU).
"Früher Flagge zeigen": Raphael Tigges (CDU).

Mattias Trepper hält Knopps möglichen Antritt für eine "mutige Entscheidung", zumal es für eine Einzelbewerberin eine besonders große Herausforderung darstellt. "Sie hat keine Parteistrukturen hinter sich, die viel organisieren und erledigen", so Trepper. "Und ich weiß nicht, wie stark die Unterstützung durch die Mitglieder von ,Demokratie wagen? sein wird."

Die werden voraussichtlich am kommenden Dienstag, 13. Januar, gemeinsam mit Anke Knopp entscheiden, ob es zu einer Kandidatur kommen wird oder nicht. Entsprechend wollen die politischen Konkurrenten diesen Stichtag erst einmal abwarten. "Und wer weiß", sagt Trepper: "Vielleicht kommt ja noch jemand zum Kandidatenkreis hinzu."

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