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Gütersloh Ideen für den Güterbahnhof

Abbruchunternehmer Hagedorn will Gelände kaufen und neu bebauen

Von rainer Holzkamp
21.11.2014 | Stand 19.11.2014, 20:06 Uhr
Der ehemalige Güterbahnhof wurde vor 17 Jahren stillgelegt. Jetzt soll er verkauft und neu bebaut werden. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Der ehemalige Güterbahnhof wurde vor 17 Jahren stillgelegt. Jetzt soll er verkauft und neu bebaut werden. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh. Kegelbahn-Charakter attestiert Thomas Hagedorn dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs und verweist auf den langen und schmalen Zuschnitt. Vielleicht gelingt dem erfolgreichen Abbruchunternehmer demnächst ein großer Wurf, "alle Neune" sozusagen. Das wäre der Fall, wenn er den Zuschlag erhält im Ausschreibungsverfahren der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft NRW (BEG).

Denn Hagedorn hat nicht nur einen genauen Plan für den Abriss der alten, aus dem Jahr 1932 stammenden Güterhalle, sondern auch konkrete Vorstellungen für die Neubebauung und künftige Nutzung des Geländes, das zur Zeit von Busverkehr Ostwestfalen GmbH als Betriebshof angepachtet ist. Da das Verkaufsverfahren noch läuft, hält sich der Firmenchef mit Details allerdings vorerst bedeckt, bestätigt lediglich die Erarbeitung eines städtebaulichen Konzeptes samt Visualisierung. Er wolle schließlich keinen Ärger.

Nach NW-Informationen beinhaltet der bei der BEG eingereichte Entwurf eine Kombination aus verschiedenen Nutzungen. Unter anderem sind Gastronomie und Büros vorgesehen. Außerdem ein Fitnessstudio. Hagedorn: "Dies könnte eine von mehreren Varianten sein." Wie von der Stadt vorgegeben, spiele Einzelhandel jedoch keine Rolle.

Schon seit längerer Zeit konzentriert sich das nach wie vor auf Expansion ausgerichtete Unternehmen nicht nur auf Abbruch, Recycling und Erdbau. Zur Firmengruppe gehört inzwischen auch die Revital GmbH. Dieses Tochterunternehmen richtet Konversionsflächen, die früher von der Bahn, der Industrie oder Zechen genutzt wurden, mit eigenen Immobilienexperten neu aus.

Einen Durchstich zum Hauptbahnhof und damit eine direkte fußläufige Anbindung an die Innenstadt ist nicht Bestandteil des Konzepts. "Natürlich wäre das eine Bereicherung für das gesamte Ensemble", sagt Hagedorn. "Allerdings müsse das auch wirtschaftlich darstellbar sein."

Wie berichtet, erhofft sich die Stadt Städtebauförderungsmittel für die Umgestaltung des Bahnhofsumfelds. Ein Fußgängertunnel unter den Bahngleisen ist erst unlängst im Planungsausschuss erneut als Wunsch formuliert worden.

Dem Vernehmen nach haben sich auf das im Sommer im Internet veröffentlichte BEG-Inserat zwölf Interessenten bei der gemeinsamen Tochtergesellschaft des Landes NRW und der Bahn gemeldet. Die Frist zur Abgabe eines Nutzungskonzeptes war Ende August abgelaufen, ist dann aber zum 10. Oktober verlängert worden. BEG-Projektleiterin Jessica Marciniak teilte kürzlich auf Anfrage mit, dass noch drei Bewerber im Rennen seien. Es heißt, ein auswärtiges Autohaus sei ebenfalls in der Endauswahl. Die Entscheidung soll laut BEG bis Ende dieses Jahres in Abstimmung mit der Stadt Gütersloh fallen. Offenbar geht es jetzt noch um die Höhe des Kaufpreises. Die BEG hatte das Mindestgebot für die 10.860 Quadratmeter große, vor 17 Jahren stillgelegte Fläche auf 400.000 Euro festgesetzt.

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