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Gütersloh Asylbewerber auf Diebestour geschickt

Hintermänner bislang unbehelligt

von ludger osterkamp
06.11.2014 | Stand 05.11.2014, 20:07 Uhr
Asylbewerber auf Diebestour geschickt.
Asylbewerber auf Diebestour geschickt.

Gütersloh. Eine Bande hat Asylbewerber angeheuert, um in Gütersloh auf Diebestour zu gehen. Die beiden Männer wurden jedoch gefasst und stehen nun vor Gericht. Ihre Hintermänner dagegen, laut Anklage in NRW wohnhafte Personen "russischer Herkunft", laufen noch frei herum.

Der Prozess ist für Mitte November am Gütersloher Amtsgericht terminiert. Den beiden Asylbewerbern, ein 31-Jähriger aus dem Irak und ein 37-Jähriger aus Georgien, wirft die Staatsanwaltschaft "schweren Bandendiebstahl" vor.

Die beiden Männer waren im Spätsommer vergangenen Jahres unabhängig voneinander angeworben worden. Die Bandenmitglieder versprachen ihnen eine Provision; die Männer sollten in Ostwestfalen aus verschiedenen Modegeschäften Textilien stehlen, dann würden sie dafür entlohnt werden. Die beiden Asylbewerber ließen sich darauf ein, da sie, so die Anklage, sich eine "auf Dauer angelegte Einnahmequelle von beträchtlichem Gewicht zur Mitfinanzierung ihres Lebensunterhaltes" erhofften.

Die Hintermänner statteten sie bestens aus. Sie gaben den Angeklagten Umhängetaschen mit, die sie mit Alufolie auskleiden sollten, und drückten ihnen Werkzeuge in die Hand, zum Beispiel Klappmesser und Nagelzange. Die Werkzeuge sollten sie nutzen, um die Sicherungsetiketten von den Kleidern zu pulen.

Im Oktober 2013 trafen sich die beiden Männer, einer in Herford gemeldet, der andere in Ahaus, auf dem Kolbeplatz in Gütersloh. Sie hatten ihr Werkzeug dabei, ihre Umhängetasche, Alufolie, Aluklebeband und Klebstoff. Einer von ihnen trug das Klappmesser, dessen Klinge neun Zentimeter lang war. Sie betraten eines der Modegeschäfte, wählten zwei Jeanshosen im Gesamtwert von 139,90 Euro aus und verzogen sich damit in die Umkleidekabine. Dort entfernten sie die Sicherungsetiketten.

Ohne zu bezahlen, wollten sie den Laden verlassen. Was sie jedoch übersehen hatten: Zusätzlich zu den Etiketten waren in den Jeans versteckte Klebesicherungen angebracht. Als die Täter die Schleusen passierten, schlug der Alarm an. Nur einem von ihnen gelang es zu fliehen, doch die Polizei fasste später auch ihn.