Gütersloh Wunschzettel aus Togo

Lena Diekhans reist zum zweiten Mal nach Westafrika, um ihr Hilfsprojekt für Frauen fortzusetzen

Von Carolin Nieder-Entgelmeier

Lena Diekhans hält Wunschzettel und Dankesbriefe von Frauen, die sie in ihrem Projekt unterstützt. Mit roten Fingerabdrücken haben die Projektteilnehmerinnen ihre Post unterschrieben. Die 25-Jährige engagiert sich seit vier Jahren für die Umwelt und die Menschen in Togo. - © FOTO: CAROLIN NIEDER-ENTGELMEIER
Lena Diekhans hält Wunschzettel und Dankesbriefe von Frauen, die sie in ihrem Projekt unterstützt. Mit roten Fingerabdrücken haben die Projektteilnehmerinnen ihre Post unterschrieben. Die 25-Jährige engagiert sich seit vier Jahren für die Umwelt und die Menschen in Togo. | © FOTO: CAROLIN NIEDER-ENTGELMEIER

Gütersloh/Togo. Vor vier Jahren reist die Gütersloherin Lena Diekhans zum ersten Mal nach Togo, um ein Hilfsprojekt für Frauen aufzubauen. Kurz darauf erscheint ein Artikel über ihr Engagement in der Neuen Westfälischen. Im Juni reist Diekhans zum zweiten Mal nach Togo und präsentiert den Projektteilnehmerinnen den Zeitungsbericht. "Die Frauen waren begeistert und stolz, dass Bilder und Geschichten von ihnen in einer Zeitung veröffentlicht wurden", sagt Diekhans.

Begeisterung und Stolz empfindet auch Lena Diekhans, wenn sie über ihr Hilfsprojekt rund um die Stadt Tsiko im westafrikanischen Togo spricht. Das Projekt hat Diekhans 2010 bei einem Entwicklungshilfepraktikum bei der Umweltorganisation JVE (Jeunes Volontaires pour l’Environnement) während ihres Studiums ins Leben gerufen. "Mit dem Projekt unterstützen wir Frauengruppen, die eine gemeinschaftlich landwirtschaftliche Arbeit organisieren", erklärt Diekhans. Dafür hat die 25-Jährige in den vergangenen vier Jahren über 20.000 Euro gesammelt. "Mit Spenden finanzieren wir die Ausstattung der Frauen und Soziologen und Agrarwissenschaftler, die die Gruppen schulen und begleiten."

Mit dem Projekt wollen Diekhans und die Mitarbeiter der Umweltorganisation JVE die Lebenssituation der Bewohner in zehn Dörfern verbessern, aber auch den Regenwald vor der weiteren Abholzung bewahren. "Bis auf den Verkauf von Holz haben viele Dorfbewohner keine anderen Möglichkeiten Geld zu verdienen, obwohl sich das Land gut für den Anbau von Obst und Gemüse eignet", erzählt Diekhans.

Doch je mehr Regenwald abgeholzt werde, desto schneller werden die Lebensgrundlagen von Tausenden Menschen zerstört. "Diesen Teufelskreis wollen wir durchbrechen", sagt Diekhans. "Dass das möglich ist, hat mir mein Besuch im Juni gezeigt."

Einen Monat lebt Diekhans in Togo, besucht die Frauengruppen und beobachtet die Fortschritte. Unterstützt wird sie dabei seit vier Jahren von JVE-Mitarbeitern. "Ich hätte nie damit gerechnet, dass sich das Projekt so schnell etabliert, doch die JVE leistet gute Arbeit."

In Groupements halten die Frauen wöchentliche Treffen ab und tauschen sich aus. Sie legen ihr geringes Einkommen zusammen und investieren in eigenen Felder. "Durch simple Tipps zur nachhaltigen Landwirtschaft, Geldverwaltung und der Aufstellung von Jahresplänen kann man in den Dörfern Großes bewirken."

Diekhans Ziel ist, dass die Frauen als selbstständige Unternehmerinnen arbeiten. "Es ist ein langer und schwerer Weg, aber es ist möglich", sagt Diekhans voller Überzeugung. Als Dank haben die Projektteilnehmerinnen Briefe an die Spender in Deutschland geschrieben und Wunschzettel gemalt. "Denn die Frauen sind super motiviert."

Wer mehr über das Hilfsprojekt wissen oder mit einer Spende unterstützen möchte, findet Infos unter dem Stichwort Lena’s Frauenprojekt in Togo auf www.betterplace.org.

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