0

Gütersloh Radlader rollen durch das Kirchenschiff

Sanierung der St. Pankratius-Kirche hat begonnen / Sanierung des Dachs und der Orgel laufen zeitgleich

Von Carolin Nieder-Entgelmeier
18.07.2014 | Stand 16.07.2014, 20:42 Uhr

Mit Radladern befreien Bauarbeiter die St. Pankratius-Kirche von Schutt. Mit einem Bagger werden Teile des Bodens aufgerissen, weil die Altarinsel nach vorne verlegt und um eine Stufe gesenkt wird. - © FOTOS: RAIMUND VORNBÄUMEN
Mit Radladern befreien Bauarbeiter die St. Pankratius-Kirche von Schutt. Mit einem Bagger werden Teile des Bodens aufgerissen, weil die Altarinsel nach vorne verlegt und um eine Stufe gesenkt wird. | © FOTOS: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh. Das Dröhnen eines Presslufthammers hallt durch die Kirche. Bauschutt türmt sich im Altarraum. Der Innenraum der St. Pankratius-Kirche wird seit zwei Wochen mit schwerem Gerät renoviert. An die Andacht, die sonst in der Kirche herrscht, erinnert nur das Sonnenlicht, dass sich in den kunstvoll gearbeiteten Buntglasfenstern bricht. Während Radlader und Bagger durch das Kirchenschiff rollen, arbeiten Dachdecker an der Sanierung des Daches und Orgelbauer in Österreich an der Restaurierung der Sauer-Orgel.

Die St. Pankratius-Kirchengemeinde hat ihr Gotteshaus bereits Pfingstmontag geräumt. Das Gemeindeleben läuft trotzdem weiter, die Gottesdienste finden wie gewohnt statt, allerdings während des Umbaus in der Apostelkirche und in der Heilig-Geist-Kirche.

Vor Weihnachten soll die Sanierung von St. Pankratius abgeschlossen sein, sagt Pfarrer Elmar Quante. "Bisher liegen wir im Zeitplan. Am 23. November zum Christkönigsfest oder am 30. November zum ersten Advent wird der erste Gottesdienst nach dem Umbau gefeiert", kündigt Quante an.

Bis dahin haben die Bauarbeiter viel zu tun. Die Kirche bekommt eine neue Heizung. Für die Installation reißen Bauarbeiter Teile des Bodens auf. Zudem wird der Altarraum einige Meter nach vorne verlegt und um eine Stufe abgesenkt, so dass die vorderen Sitzbänke künftig um die Altarinsel stehen. Dadurch verliert die Kirche rund 80 Sitzplätze. Platz haben dann noch circa 480 Menschen.

"Der Bodenbelag besteht aus Muschelkalk und wird sich optisch nicht verändern. Allerdings wird die Altarinsel eine neue Bodenoptik bekommen. In welcher Form, muss allerdings erst noch auf der Kirchenvorstandssitzung entschieden werden", erklärt Quante.

Für weitere Veränderungen sorgt ein neuer Anstrich im Innenraum, der bereits jetzt an einigen Stellen sichtbar ist. "An den Wänden wird ein Weiß mit Brauntönen und an der Decke ein Weiß mit Grautönen die Architektur wieder besser zur Geltung bringen", berichtet Quante. Die Säulen behalten ihre Sandsteinfarbe. "Insgesamt wird die Kirche deutlich heller." Auch die Elektroinstallationen in der Kirche werden erneuert. Fällig war das ohnehin, nicht nur, weil Pfingstmontag ein Blitz in den Turm einschlug und die Elektrik endgültig lahmgelegt hat.

Für das historische Taufbecken, die Pankratiusfigur, den romanischen Korpus und die Pietà haben Quante und der Kirchenvorstand neue Plätze bestimmt. "Bisher kamen diese besonderen Unikate nicht zur Geltung. Das ändern wir."

Das fast 125 Jahre alte Taufbecken wird künftig in der Mitte der Kirche platziert. Die Pankratiusfigur aus dem 15. Jahrhundert wird im linken Seitenschiff stehen. Gegenüber werden der romanische Korpus aus dem Jahr 1180 und die Pietà aus der Spätgotik, auch als Spexarder Madonna bekannt, im rechten Seitenschiff einen Platz bekommen. "Bis wir die Kirche einrichten können, werden alle Unikate restauriert."

Die Renovierung wird gehbehinderten Menschen den Kirchenbesuch durch breitere Zugänge erleichtern. Der Haupteingang auf der Turmseite wird dahingehend verändert, dass im Inneren ein weiterer, gläserner Zugang geschaffen wird. Dadurch ist es künftig möglich, die Kirche zu betreten und sich in einem Vorraum aufzuhalten, in dem die Marienfigur samt Kerzenopferstock platziert wird. Das Erzbistum schreibt einen solchen Vorraum bei Kirchensanierungen seit einiger Zeit vor, auch aus Schutz vor Diebstahl.

Mit der Rückkehr der Sauer-Orgel aus Schwarzach (Vorarlberg) rechnet Quante im November. Nach einem rund fünfwöchigen Einbau folge eine drei Monate dauernde Intonation. "Am 29. März wird die Orgel am Palmsonntag dann wieder gespielt", kündigt Quante an. Bis dahin werde die Gemeinde die Orgel des Städtischen Musikvereins nutzen.

Insgesamt kostet die Sanierung rund 2,1 Millionen Euro. Paderborn trägt ungefähr die Hälfte davon. Für die Orgel-Restauration, die Ausstattung sowie für rund 30 Prozent der Kosten für die Instandsetzung müsse dagegen die Gemeinde aufkommen. "Das sind rund 1,2 Millionen Euro", sagt Quante. St. Pankratius habe dafür angespart und profitiere überdies von der Spendenbereitschaft der Kirchengemeinde. 2015, wenn St. Pankratius 125 Jahre alt und im Zuge der Neuordnung zur Hauptkirche des Pastoralen Raumes Gütersloh erklärt wird, erstrahlt sie in neuem Glanz.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group