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Gütersloh

Stadtgeschichte in lesbarer Form

Dr. Michael Zirbel strafft seine Dissertation zu einem populärwissenschaftlichen Buch mit 160 Seiten

von ludger osterkamp
17.04.2014 | Stand 15.04.2014, 20:14 Uhr
Der Leiter des Fachbereiches Stadtplanung, Michael Zirbel (60), hat in seiner Freizeit über die Gütersloher Stadtentwicklung von 1945 bis 1969 geschrieben. - © FOTO: LUDGER OSTERKAMP
Der Leiter des Fachbereiches Stadtplanung, Michael Zirbel (60), hat in seiner Freizeit über die Gütersloher Stadtentwicklung von 1945 bis 1969 geschrieben. | © FOTO: LUDGER OSTERKAMP

Gütersloh. Die Dissertation, mit der Dr. Michael Zirbel promoviert hat, ist so, wie Dissertationen zu sein haben: tiefschürfend, in wissenschaftlichem Duktus gehalten, mitunter sperrig, voller Querverweise und Literaturangaben. Für Nichtkundige schwer lesbar. Nun hat Zirbel eine gestraffte, populäre Version vorgelegt, die auch Laien annehmbaren Lesestoff bietet.

Das Buch heißt "Gütersloh – zwischen 1945 und 1969". Auf 160 Seiten fasst es jene beiden erweiterten Dekaden zusammen, die Gütersloh heute und wohl auch die ganze nächste Zeit noch prägen. Und die das Erscheinungsbild Güterslohs zu jenem Charakter verholfen haben, den Autor und Verlag im Untertitel des Werkes wie folgt wiedergeben: "... solide, zweckmäßig und grundfest."

In einer Auflage von knapp 1.000 hat der Flöttmann-Verlag das Werk jetzt in den Buchhandel gebracht. Mit 100 Fotos versehen, mit Tabellen und Grafiken, ist es nicht mal halb so dick wie die Dissertation. "Mir war es wichtig, meine Arbeit für die Öffentlichkeit zugänglicher zu machen", sagte der Autor gestern bei der Vorstellung des Buches. Viele sehenswerte Bilder (einige davon bislang unveröffentlicht), dazu eine verständliche Sprache: Zirbel sagte, ihm sei wichtig, dass der Leser in der Lage sei, die Ereignisse aus jener Epoche zu verstehen, sie stadtgeschichtlich in ihrer Bedeutung verstehen zu können. Er habe das wissenschaftliche Kompendium heruntergebrochen auf eine lesbare Form. Das Buch fülle eine kleine Lücke, die es bislang in den Veröffentlichungen über Gütersloh aus der Zeit nach ’45 gegeben habe.

Dass der Autor Fachmann ist, merkt man dem Werk gleichwohl an. Zirbel, seit 1999 im Rathaus der Leiter des städtischen Fachbereiches Stadtplanung, ist nicht nur in der Lage, ein umfassendes Bild jener Stadt zu zeichnen, die binnen kürzester Zeit diese enorme Entwicklung von einer Klein- zu einer prosperierenden Mittelstadt genommen hat, er ist auch in der Lage, diese Entwicklung in einen Gesamtkontext einzuordnen.

"Es waren die Jahre, in denen sich Gütersloh auf den Weg machte", sagte Zirbel. Die Stadt war zwar längst kein Heidedorf mehr, aber nun begann sie, auch ihr kleinstädtischen Aussehen zu verlieren. Überall wurde gebaut, und wo kein Platz war, wurde abgerissen. Das alte Rathaus wich Hertie, das Stahlsche Haus dem Südtor, der Busch modernen Mehrstöckern. Und nach und nach überformten die neuen Gebäude und Plätze den Gesamteindruck der alten.

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