Gütersloh Kontroverse um Kauf der Briten-Wohnungen

UWG lehnt SPD-Initiative ab

Eine typische Wohnsiedlung der Briten im Quartier an der Töpferstraße. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Eine typische Wohnsiedlung der Briten im Quartier an der Töpferstraße. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh (NW/raho). Die UWG lehnt den Antrag der SPD auf Erwerb von 1.000 Wohneinheiten, die zur Zeit von den Briten genutzten werden, ab. Die Vorhaltung von Wohnungen gehöre nicht zu den Kernaufgaben der Stadt Gütersloh. Außerdem reichten die finanziellen Mittel der Stadt Gütersloh aktuell nicht einmal zum Erhalt der stadteigenen Wohnungen aus.

Nach Meinung der SPD sollte, wie am Freitag berichtet, mit dem Ankauf zumindest eines Teils der rund 1.000 Einheiten bezahlbarer Wohnraum gesichert werden. Ein entsprechender Antrag wurde für den Grundstücksausschuss am 8. Mai angekündigt.

Der Kaufpreis wäre laut UWG mindestens so hoch wie der derzeitige Schuldenstand der Stadt in Höhe von 100 Millionen Euro für. insofern sei das der falsche Weg, so UWG-Planungsexperte Norbert Bohlmann. Zu dem Kaufpreis addierten sich außerdem nicht absehbare Sanierungskosten. "In Gütersloh gibt es Wohnungsunternehmen die diese Aufgabe viel besser erfüllen, zum Beispiel der Gütersloher Bauverein. Das Ersterwerbsrecht für Wohnungen wurde leider in der geschlossenen Konversionsvereinbarung ausgeschlossen." Die UWG hab als einzige Fraktion gegen diese Vereinbarung gestimmt.

Die Wohnungen, ob im Bundes- oder Privatbesitz, seien nur noch im Wettbewerb zu Marktpreisen zu erwerben. "Die freistehenden Einfamilienhäuser im Bundesbesitz, unsaniert auf großen Grundstücken, sind nicht für die angedachte Zielgruppe bezahlbar."

Die Wohnungen im Privatbesitz seien im Regelfall für Familien mit einem Kind konzipiert – bei einer Größe von rund 80 Quadratmetern auch nicht für die von der SPD genannte Zielgruppe geeignet.
Die Stadt Gütersloh sollte sich laut UWG darauf beschränken, die städtebauliche Qualität dieser Siedlungen über Gestaltungssatzungen zu erhalten. Preiswerter, auf die Alleinstehende und Familien mit Kindern ausgerichteter Wohnraum werde durch öffentlich geförderten Wohnungsbau geschaffen. Leider finde der wegen einer Überregulierung kaum noch statt.

Eine Untersuchung der Landesgesellschaft NRW Urban hat ergeben, dass sich der überwiegende Teil der Wohnungen und Häuser in einem mittleren baulichen Zustand befindet. In vielen Fällen ist die Wärmedämmung jedoch als mangelhaft bewertet worden. Als besonders kritisch wurde die Siedlung an der Parsevalstraße (55 Einheiten) am Flughafen eingestuft: schlechter Zustand, schlechte Anbindung.

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