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Gütersloh Autofahrer muss ins Gefängnis

Münsterlandstraße: Landgericht verschärft Urteil

04.04.2014 , 10:00 Uhr

Gütersloh (ost). Der Autofahrer, der im November 2012 einen Radfahrer auf der Münsterlandstraße fahrlässig getötet hat, muss ins Gefängnis. Das Landgericht Bielefeld hob gestern die Bewährung auf.

Die 11. Kleine Strafkammer reduzierte zwar das vom Amtsgericht Gütersloh verhängte Strafmaß von 24 auf 21 Monate, sah aber von dem Aussetzen auf Bewährung ab. Das Gericht erkannte ein "erhebliches Verschulden" des Versmolder Autofahrers. Zwar sei er reuig, vorstrafenfrei und weise eine günstige Sozialprognose auf, jedoch geböten die besonderen Umstände des Unfalls sowie der Präventionsgedanke, die Freiheitsstrafe zu vollstrecken. Das Strafmaß falle um drei Monate geringer aus, weil der Autofahrer zum Unfallzeitpunkt zwischen 2,0 und 2,69 Promille im Blut hatte und daher eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen sei.

"Eine vollkommen richtige Entscheidung", lobte Andreas Chlosta, Anwalt der Witwe, das Urteil. Der Autofahrer habe ein Verhalten an den Tag gelegt – betrunken, übernächtigt, aggressiv gefahren –, das man angesichts der Folgen nicht mehr mit Bewährung ahnden könne. Der Fahrradfahrer aus Isselhorst, ein 47-jähriger, dreifacher Familienvater, war auf dem Weg zur Frühschicht nach Marienfeld gewesen, als ihn der BMW des 26-Jährigen erfasste.

Ob der Verteidiger des Autofahrers, Torsten Rock, in die Revision zum OLG geht, ist offen. Chlosta glaubt nicht daran: Strafmaß-Revisionen seien nur dann erfolgversprechend, wenn das Missverhältnis zwischen Vergehen und Schuldspruch eklatant sei. "Das ist hier definitiv nicht der Fall."

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