Gütersloh Startschuss für Kasernen-Übernahme

Briten-Abzug: Stadt treibt Planungen für Flughafen und Mansergh-Barracks voran

VON THORSTEN GÖDECKER

Noch stehen die schweren Waffen auf dem Gelände der Mansergh-Barracks. Ende 2018 sollen die britischen Artilleristen Gütersloh verlassen haben. Die Stadt beginnt jetzt mit den Detailplanungen für eine Nachnutzung der Kaserne. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Noch stehen die schweren Waffen auf dem Gelände der Mansergh-Barracks. Ende 2018 sollen die britischen Artilleristen Gütersloh verlassen haben. Die Stadt beginnt jetzt mit den Detailplanungen für eine Nachnutzung der Kaserne. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh. Die Zukunft von Heidenelke und Magerrasen auf dem Flughafen-Areal scheinen weder den CDU-Fraktionsvorsitzenden Heiner Kollmeyer noch die Stadt zu kümmern. Kollmeyer hat das im Rat gesagt, Bürgermeisterin Maria Unger geht in einer Vorlage für den Hauptausschuss unbeeindruckt von der seltenen Artenvielfalt davon aus, dass an der Marienfelder Straße ein Gewerbegebiet ausgewiesen wird. Rätselraten herrscht noch immer über die Größe der zur Verfügung stehenden Flächen.

Die Bürgermeisterin kündigt jetzt eine von NRW-Urban gesteuerte Projektkoordination an, denn es sei erkennbar, "dass die Vielfalt der vorliegenden Informationen dringend planerisch integriert, bewertet und in einen einheitlichen Plan zur Verfügung gestellt werden müssen". NRW-Urban ist eine 100-prozentige Beteiligungsgesellschaft des Landes, seit 2009 Nachfolgerin der Landesentwicklungsgesellschaft LEG und kümmert sich auch um die Nachnutzung militärischer Anlagen.

Stadtbaurat Henning Schulz sagt, dass NRW-Urban dem Ausschuss am 31. März die Arbeitsergebnisse des vergangenen Jahres vorstellen werde. Zu konkreten Zahlen über die Aufteilung des Areals könne aber auch er keine Angaben machen. "Soweit sind wir noch nicht. Das müssen die noch ausstehen Planungen zeigen".

Im Februar 2013 war NRW-Urban unter dem Titel "Grün bleibt Grün" zu der Erkenntnis gelangt, dass maximal 100 der zirka 340 Hektar großen Fläche für Gewerbeansiedlungen nutzbar seien. Unger führt in der Vorlage aus, dass Versmold, Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz ihr Interesse an einer Beteiligung am interkommunalen Gewerbegebiet auf dem Flughafen bekundet hätten. Auch Rheda-Wiedenbrück, Borgholzhausen Halle, und Werther hätten "grundsätzliches Interesse" signalisiert. Sogar Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen hat Interesse; ihm ist der Stand der Gütersloher Planungen aber noch zu unkonkret. "Kein Interesse" signalisierten hingegen Schloß Holte-Stukenbrock, Rietberg und Steinhagen. Verl und Langenberg haben auf das Schreiben aus Gütersloh nicht reagiert.

Sollte sich der interkommunale Gedanke großflächig durchsetzten, dann könnten neun Kommunen versuchen, an der Marienfelder Straße Gewerbe anzusiedeln – auf 100 Hektar. Die Bezirksregierung beziffert das Gewerbeflächendefizit von Gütersloh auf mehr als 50 Hektar. "Das ist nicht mehr maßgeblich", sagt Schulz. Dieser Bedarf verdanke sich einem rein mathematischen Verfahren. "Zukünftig werden wir die konkreten Bedarfe mit den heimischen Unternehmen gemeinsam ermitteln", so Schulz.

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