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Haus Ravensberg: Dort kämpft man gegenwärtig mit dem Ausbruch der Krätze. - © Andreas Großpietsch
Haus Ravensberg: Dort kämpft man gegenwärtig mit dem Ausbruch der Krätze. | © Andreas Großpietsch

Borgholzhausen Ansteckend: Krätze ist im Borgholzhausener Altenzentrum ausgebrochen

Jetzt sind lange Ärmel und Plastikhandschuhe statt Hautkontakt angesagt.

Andreas Großpietsch
06.09.2019 | Stand 06.09.2019, 13:09 Uhr

Borgholzhausen. Es ist nur ein schwacher Trost, dass die Krätzmilbe seit einigen Jahren in Deutschland auf dem Vormarsch ist und dass das Haus Ravensberg sicher nicht die einzige Einrichtung ist, die sich diesem Problem stellen muss. Denn für die Bewohner, Besucher und Mitarbeiter des Altenzentrums bringt der Ausbruch der meldepflichtigen Erkrankung eine Menge Unannehmlichkeiten mit sich. Verursacher sind vergleichsweise winzige Tierchen aus der Verwandtschaft der Spinnentiere, die sogenannten Krätzemilben. Die Weibchen bohren winzige Gänge in die menschliche Haut, in denen sie Eier und Kot ablegen. Entwickelt sich daraus Nachwuchs, dann bilden sich Pusteln an den befallenen Stellen. Die Patienten leiden unter starkem Juckreiz. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt vor allem durch Hautkontakt. „Eine Bewohnerin und eine Mitarbeiterin sind nachweislich erkrankt. Außerdem gibt es noch weitere Verdachtsfälle", sagt der Leiter des Hauses Ravensberg, Christoph Langewitz. Gerade bei den Verdachtsfällen zeigt sich ein besonders unangenehmer Aspekt der auch Scabies genannten Krankheit. „Es ist eine sehr langwierige Diagnosephase", erklärt er. Denn bis sich aus befallenen Stellen neue Milben gebildet haben, gehen etliche Tage ins Land. „Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbrechen, liegt bei mindestens 14 Tagen", weiß Christoph Langewitz inzwischen. In dieser Zeit kann die Erkrankung aber durch Weitergabe der Parasiten auf andere Menschen übertragen werden. Ohne Kontakt zu ihren menschlichen Wirten überleben die Milben nur wenige Tage. Aufklärung für Angehörige und Besucher Immerhin gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Zum einen in Form einer Creme, zum anderen als Medikament zum Einnehmen. Wegen der relativ hohen Ansteckungsgefahr ist die Krankheit meldepflichtig. Zuständig für die Überwachung ist der Kreis Gütersloh, doch die Behandlung liegt in den Händen von Haus- oder Hautärzten. „Wir haben jetzt damit begonnen, die Anverwandten und die Besucher über den Ausbruch der Krankheit in unserer Einrichtung zu informieren", sagt Langewitz. Desinfektionsmittel helfen eher nicht gegen die Milben, aber gründliches Abwaschen schon. Besonders wichtig ist der konsequente Gebrauch von Kleidungsstücken mit langen Ärmeln sowie von Plastikhandschuhen. „Für eine Ansteckung reicht es schon, jemanden unterzuhaken, um ihn zum Beispiel beim Gehen zu stützen", erklärt Langewitz.

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