Drangvolle Enge auf dem Grundstück. - © Andreas Großpietsch (HK)
Drangvolle Enge auf dem Grundstück. | © Andreas Großpietsch (HK)

Dissen Nun steht es fest: Homann bleibt in Dissen

Dissen/Bad Essen (dpa). Kurswechsel beim Feinkosthersteller Homann: Der Mutterkonzern Theo Müller hat die Umzugspläne nach Sachsen gestoppt. Die Homann-Produktion soll stattdessen an allen bestehenden deutschen Standorten weitergeführt werden, teilte die Unternehmensgruppe Theo Müller am Freitag mit. Der Aufsichtsrat habe beschlossen, rund 200 Millionen Euro in die Standorte Dissen, Bad Essen, Bottrop und den Standort Rogätz in Sachsen-Anhalt zu investieren. Ein weiterer Standort ist im thüringischen Floh-Seligenthal. Sozialpläne waren schon ausgehandelt Noch im vergangenen Jahr hatte Homann angekündigt, die Homann-Produktion bis 2020 im sächsischen Leppersdorf zu konzentrieren zu wollen und damit auch den seit 1876 bestehenden Stammsitz der Firma in Dissen bei Osnabrück schließen zu wollen. Sozialpläne waren bereits ausgehandelt worden. Nun will die Homann-Geschäftsführung erneut Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen. Über die Gründe für den Kurswechsel machte die Müller-Gruppe zunächst keine genauen Angaben. „Grundlage des Aufsichtsratsbeschlusses waren die Ergebnisse einer Prüfung des bisherigen Standortkonzepts hinsichtlich Zeitplanung, Investitionsvolumen und Positionierung am Markt", hieß es lediglich in einer Pressemitteilung. Manager-Wechsel möglicher Grund Noch im vergangenen Jahr hatte der Konzern betont, dass die Fortführung der Alt-Standorte unwirtschaftlich sei. Beobachter bringen das Umdenken bei Müller mit dem Weggang zweier Homann-Top-Manager im Herbst in Verbindung, die sich maßgeblich für den Umzug nach Leppersdorf eingesetzt hatten. Daraufhin habe die neue Unternehmensleitung die Umzugspläne wieder auf den Prüfstand gestellt. Der Dissener Betriebsratschef Andreas Straede reagierte mit Erleichterung: „Ich freue mich heute einfach", sagte er. „Es ist eine Entscheidung geändert worden, jeder Unternehmer hat das Recht dazu." Zwar werde es wahrscheinlich Umstrukturierungen bei Homann geben. „Aber auf jeden Fall ist das tausend Mal besser, als die Produktion nach Leppersdorf zu verlagern, denn das hätte das Aus für uns bedeutet", sagte Straede. In der Region Osnabrück beschäftigt Homann rund 1.200 Mitarbeiter. Dissens Bürgermeister: "Haben bessere Karten hier" Dissens Bürgermeister Hartmut Nümann sieht in der Absage an den Umzug nach Leppersdorf einen Sieg der Vernunft. Der geplante Umzug sei nicht zu Ende gedacht gewesen. „Wir haben die besseren Karten hier", sagte der SPD-Politiker und verwies auf Standortvorteile wie einen Autobahnanschluss und eine Vielzahl erfahrener und motivierter Mitarbeiter. Er freue sich für die Homann-Mitarbeiter in Dissen, dass sie ihre Jobs behalten, sagte Nümann. Konzernchef Theo Müller könne sich bei einem Besuch im Osnabrücker Land persönlich davon überzeugen, wie wirtschaftlich stark Dissen und die Region Osnabrück seien.

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