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Obschon "nur" Freizeitsport, kämpften die Liegendradler verbissen um die ersten Plätze. - © FOTOS: JOHANNES RICHTER
Obschon "nur" Freizeitsport, kämpften die Liegendradler verbissen um die ersten Plätze. | © FOTOS: JOHANNES RICHTER

BIELEFELD Liegend über die Kreisbahn

Erster Liegerad-Wettkampf auf der Radrennbahn

VON JOHANNES RICHTER
15.07.2011

Bielefeld. Zum ersten Bielefelder Liegerad-Rennen kamen viele Fahrer schon auf ihren Sportgeräten angereist, selbst aus den Niederlanden. Kein Problem, denn auf den Liegerädern fährt man stundenlang bequem bei bis zu 50 km/h.

Auf der Radrennbahn an der Heeper Straße testeten die 16 Männer und Frauen ihre eigene Ausdauer und gleichzeitig natürlich die Windschnittigkeit und den Komfort ihrer jeweiligen Räder. Dabei waren sie weitgehend unter sich.

So konnten sich die Freizeitsportler zwischen den Rennen gemütlich auf der Rasenfläche in der Mitte der Anlage ausruhen und über die Vor- und Nachteile der einzelnen Räderklassen fachsimpeln. Welche Vorteile haben die relativ spartanischen, unverkleideten Räder? Wie verbessert sich die Aerodynamik mit einer Teilverkleidung hinter dem Fahrersitz? Was ist die Spitzengeschwindigkeit des vollverkleideten und daher besonders windschnittigen Velobikes, in dem der Fahrer wie in einem Mini-U-Boot sitzt?

Den Sprint über 1.000 Meter fuhren auf der angeschrägten Kreisbahn alle Klassen gemeinsam. Überholt werden durfte bei den Rennen nur außen. Die schnellsten Sprinter waren Daniel Fenn (vollverkleidet), Heinz Bentlage (teilverkleidet) und Matthias König (unverkleidet).

Das anschließende Stundenrennen absolvierten die 13 teil- und unverkleideten Räder getrennt von den Velomobilen. In der letzten Runde wurde es richtig spannend. Vier Fahrer lieferten sich auf den 333,33 Metern ein verbissenes Kopf-an-Kopf-Rennen bei durchschnittlich 53 km/h. Karsten Crazius vom Radrennclub Zugvogel rollte auf seinem teilverkleideten Rad als erster über die Ziellinie. Als schnellster Fahrer auf einem unverkleideten Rad erwies sich erneut Matthias König.

Das Stundenrennen der Velobikes gewann der Holländer Ymte Sijbrandij, der selbst Produzent von Liegerädern ist. Wie er erzählt, hatte er sich am Vortag schon warmgeradelt: "Ich bin auf dem Velo vom Ijsselmeer nach Bielefeld gekommen." Die gut 240 Kilometer hatte er in gerade mal acht Stunden zurückgelegt.

"Dies ist der erste Liegerad-Wettkampf auf der Radrennbahn", sagt Karsten Crazius: "In Zukunft würden wir das gerne jedes Jahr machen." Unter Crazius' Leitung hatte der Bielefelder RC Zugvogel in Kooperation mit dem bundesweiten Verein Human Power Vehicles (HPV)den Wettkampf auf die Beine gestellt. Sein niederländischer Schwesternverband hat die elektronische Messung von Zeit und Geschwindigkeit übernommen.

Das Rennen in Bielefeld ist Teil des Deutschen Liegerad Cups, bei dem Radler aus der ganzen Republik auf verschiedenen Veranstaltungen ihre Kräfte messen.