Dieses Tempolimit soll bald auf der Detmolder Straße gelten. - © Symbolfoto: Pixabay Creative Commons
Dieses Tempolimit soll bald auf der Detmolder Straße gelten. | © Symbolfoto: Pixabay Creative Commons

Stieghorst Neuer Plan: Auf Teilen der Detmolder Straße kommt bald Tempo 30

SPD, Grüne und Linke setzen sich knapp gegen bürgerliches Lager durch

Kurt Ehmke

Bielefeld-Stieghorst. Die Detmolder Straße beschäftigt die Stieghorster Bezirkspolitiker so lange und intensiv, dass vermutlich manch einer die Straße am liebsten verschenken würde. Gebaut wird eigentlich immer irgendwo auf der Straße - und die Radfahrer sind tendenziell auch immer empört, so schlecht läuft es aus ihrer Sicht. Das soll sich nun ändern. Und so überstimmten in der Bezirksvertretung SPD, Grüne und Linke das bürgerliche Lager - zugunsten eines nachgereichten Antrags, der viel einfordert. So soll die Nutzungspflicht der Radwege aufgehoben werden und dem Radler auf der Straße ein angemessenes Angebot bereitgestellt werden. Vor Schulen soll Tempo 30 kommen und ab Sieker soll statt Tempo 60 nur noch Tempo 50 gelten. Zudem sollen Schäden am Radweg, hängende Äste und störende Werbetafeln beseitigt (oder versetzt) werden. Querungsmöglichkeiten für Radfahrer sollen ebenfalls verbessert werden. In einem eigenen Antrag hatte die CDU ähnliches, aber längst nicht so weitreichendes gefordert; so fehlten die Geschwindigkeitsveränderungen und die Aufhebung der Radwegenutzungspflicht. Patrick Mayregger (SPD) empfand die Forderungen der CDU als "reine Selbstverständlichkeiten" - und legte den weitreichenderen Antrag vor. Mit Blick auf die Tempo-30-Forderung und die Aufhebung der Benutzungspflicht des oft schmalen Radweges an der Ausfallstraße sprach Simon Lange (CDU) jedoch von "einem Antrag gegen den Willen der Bürger". Nun, wie auch immer der aussieht, ein Teil der Stieghorster Bürger besteht jedenfalls aus einer Gruppe um Margarete Lünstroth, die sich "Meckern beim Bäcker" nennt - und weitgehend das fordert, was nun beschlossen wurde. Lünstroth: "Tempo 30 ist uns das Wichtigste, man ist hier mit 60 auch nicht schneller, weil wegen der Ampeln ständig gebremst und wieder angefahren werden muss." Es sei zudem sowieso nicht zu erklären, warum zwischen Sieker und Hillegossen statt Tempo 50 plötzlich Tempo 60 gelte. Maik Schlifter (FDP) monierte beim Blick auf die Debatte und den Beschluss, dass es der Detmolder Straße als wichtiger Verkehrsader nicht gerecht werde, wenn "mit heißer Nadel gestrickte, nachgereichte Anträge" plötzlich in der BZV entschieden würden. Fakt ist: Entschieden ist mit dem Beschluss jedoch noch nichts - es gehört zum Verfahren, dass sich das Amt für Verkehr genauso zum Thema verhalten muss wie MoBiel als Verkehrsunternehmen. Zudem muss sich der Stadtentwicklungsausschuss als Fachausschuss einbringen. Aber: Der erste Stein ist geworfen - und Mayregger ist auch optimistisch: "Immerhin erlaubt das Gesetz mittlerweile, auch auf überbezirklichen Straßen vor Schulen Tempo 30 einzuführen."

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