Trist: Die ehemaligen Wohnungen britischer Soldaten an der Sperberstraße stehen leer. Heute diskutiert ein runder Tisch zur Konversion, wie es dort weitergehen soll. Eine Sanierung könnte teuer werden. - © Christian Weische
Trist: Die ehemaligen Wohnungen britischer Soldaten an der Sperberstraße stehen leer. Heute diskutiert ein runder Tisch zur Konversion, wie es dort weitergehen soll. Eine Sanierung könnte teuer werden. | © Christian Weische

Stieghorst Sanierung der Briten-Wohnungen kostet ein Vermögen

Planungen: Würde man die Wohnungen an der Sperberstraße neu bauen, wäre das fast so teuer wie eine Modernisierung. Das hätte noch weitere Vorteile

Ingo Kalischek

Stieghorst. Für die 48 ehemaligen Britenhäuser an der Sperberstraße zeichnet sich ein Ende ab. Eine Sanierung der alten, leerstehenden und undichten Häuser würde viel Geld kosten - fast so viel, wie ein Neubau. Das ist das Ergebnis des Aachener Planungsbüros "Reicher Haase Assoziierte". Eine Voll-Sanierung würde pro Haus (80 Quadratmeter) bis zu 191.000 Euro kosten, sagt Diplom-Ingenieurin Birgit Schmid. Fünf weitere Sanierungs-Varianten sehen weniger Eingriffe vor und wären entsprechend günstiger. Sie liegen im Kostenbereich von 30.000 bis 140.000 Euro - bieten aber auch weniger Komfort. Hinzu kämen bei allen Varianten noch Kosten für die Schadstoffsanierung. Reiße man die Häuser stattdessen ab, und baue dort neue Wohnungen im einfachen Standard, käme man pro Haus auf Kosten von rund 200.000 Euro - also nur 10.000 Euro mehr. Entsprechend naheliegend sei also eine Neubau-Variante. Nicht zuletzt, weil man dadurch wesentlich mehr Wohnungen auf dem Gelände bauen könnte. Heute sind es 48; möglich wären dann 85. "Bislang ist das Gebiet sehr dünn besiedelt, eine Nachverdichtung würde Sinn machen", sagt Sven Dodenhoff aus dem Bauamt. Die Neubauvariante sieht 71 Mehrfamilienhäuser - drei- bis viergeschossig - sowie 14 Wohnungen in Reihenhäusern vor. Dadurch könne man ein breiteres und zeitgemäßes Wohnungsangebot für verschiedene Preisklassen schaffen, so Dodenhoff. Auch das Thema Barrierefreiheit ließe sich dann besser umsetzen. Aber auch eine Sanierung sei noch immer denkbar. Heute diskutieren Vertreter vom "Runden Tisch" die Vorschläge. Bislang waren neun Varianten im Gespräch; mittlerweile sind es nur noch drei: eine Bestandserhalt der Siedlung durch Sanierungen (59 Wohnungen), ein Teilrückbau (79 Wohnungen) sowie der vollständige Neubau (85 Wohnungen). Der sieht zudem einen zentralen Quartierplatz vor; die Lage des Spielplatzes ist noch nicht geklärt, ebenso wenig die Anbindung zum Friedhof. Im Gespräch ist auch ein Parkhaus an der Oldentruper Straße, das sich gleichzeitig als Schallschutz für die dahinter liegenden Wohnungen anbieten würde. Die ersten Reaktionen fallen positiv aus. Roland Lasche ist Bezirksvertreter der Grünen und Mitglied der Nachbarschafts-Initiative. Die Tendenz: "Wir befürworten, wenn auf dem Gelände mehr Wohnraum entsteht, möglichst eine Mischbebauung für verschiedene Preisklassen." Überrascht von den hohen Sanierungskosten zeigt sich Werner Thole (CDU). "Damit haben wir nicht gerechnet." Man wolle die Berechnungen noch einmal unter die Lupe nehmen. Wichtig sei der CDU, dass die Wohnungen auch für junge Familien bezahlbar seien. Nesrettin Akay (SPD): "Bei den Kosten käme eher ein Neubau in Frage." Nach den Sommerferien soll die Politik eine Empfehlung erhalten, kündigt Dodenhoff an. Verhandlungen zwischen der Stadt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) über einen Kauf des Areals laufen laut Dodenhoff weiter. Ein Ausgang hänge auch vom letztlich ermittelten Wert des Grundstücks ab.

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