Seltene Savannah: Züchterin Jenny Schmitz aus Emsdetten präsentiert den 10 Monate alten Chuma. Der Savannah-Kater ist noch relativ handlich. Die Hauskatzenrasse, die auf eine Kreuzung mit der afrikanischen Wildkatze Serval zurückgeht, wird sehr groß. - © Barbara Franke
Seltene Savannah: Züchterin Jenny Schmitz aus Emsdetten präsentiert den 10 Monate alten Chuma. Der Savannah-Kater ist noch relativ handlich. Die Hauskatzenrasse, die auf eine Kreuzung mit der afrikanischen Wildkatze Serval zurückgeht, wird sehr groß. | © Barbara Franke

Bielefeld 390 Katzen bei Schönheitswettbewerb in Bielefeld

Schönheitswettbewerb: Seltene World Cat Show in Bielefeld. Züchter und Liebhaber präsentieren zwei Tage lang ihre schönsten Tiere

Jens Reichenbach

Bielefeld. 390 Rassekatzen, zwölf internationale Richter unter anderem aus Japan, den USA und Südafrika sowie Dutzende Züchter und Tierhalter trafen sich am Wochenende im Kultur- und Kommunikationszentrum Sieker (KuKS) zu einer – zumindest in Ostwestfalen seltenen – „World Cat Show". Ein Schönheitswettbewerb nach Rassestandards. Zwei Hallen voller Käfige, überall sitzen schnurrhaarige Vierbeiner drin, eine schöner als die andere. Die am häufigsten vertretene Rasse ist „Britisch Kurzhaar", gefolgt von den langhaarigen „Norweger Waldkatzen" mit dem imposanten Fellkragen. Natürlich sind auch Perser, Birma-, Nebelung- und Bengalkatzen sowie „Maine Coone" oder „Russisch Blau" dabei. Für Markus Krämer, Vorsitzender des veranstaltenden Bunds der Katzenzüchter NRW ist „Chuma" ein Highlight seiner Ausstellung. „Savannahs sind sehr selten. Die dürfen überhaupt erst in der fünften Generation ausgestellt werden." Afrikanische Wildkatze besonders temperamentvoll Die Hauskatzenrasse ist aus der Kreuzung mit dem Serval – einer afrikanischen Wildkatze – entstanden und gilt als enorm temperamentvoll. Für den 10 Monate alten „Chuma" war Bielefeld allerdings bereits die dritte Ausstellung, berichtet Züchterin Jenny Schmitz aus Emsdetten. „Die Rasse ist schwer zu züchten und zu halten", sagt sie. „Erstens werden die sehr groß und zweitens springen und laufen Savannahs den ganzen Tag umher." Die Savannahs gelten als die zweitteuerste Hauskatzenrasse der Welt. Noch teurer sei nur die Ashera-Rasse. Chuma aber ist noch handlich und er liegt offenbar zufrieden in seinem Käfig. Auch bei den Richtern läuft es gut mit ihm: „Die Richter nehmen sich sehr viel Zeit mit den Katzen. Das ist leider nicht immer so. Und dann könnte es schwierig werden." Helmut und Bettina Grötzner aus Herford züchten seit fast zehn Jahren die Rasse „Russisch blau". „Wir nehmen nur Tiere mit, die darauf auch Lust haben. Das kann man nicht trainieren", betont die Herforderin. Denn leider müsse man als ostwestfälischer Züchter häufig weit fahren. Deshalb ist Bielefeld gewählt worden International besetzte Ausstellungen wie diese sind eine Seltenheit in der Region. Der Veranstalter aus Wuppertal, der Bund der Katzenzüchter NRW, habe sich auch genau aus diesem Grund für Bielefeld als Standort für seine sechste Show entschieden: „Viele Züchter aus der Region haben uns gebeten, hierher zu kommen", erklärt Rüggeberg. Endlich mal ein Heimspiel für die Teilnehmer aus der Region. Die Grötzners haben sogar zehn Wochen alte Kätzchen dabei. Ihre Mama „Emma vom Flachsbach" wurde von der japanischen Richterin soeben zum „Großen Europa-Champion" gekürt, obwohl sie noch säugt. „Dass es das Urteil einer japanischen Richterin war, macht uns besonders stolz", sagt die Herforderin. Sabine Block aus Bielefeld züchtet seit 2004 Perserkatzen mit Näschen. Trotzdem ist es erst ihre erste Ausstellung: „Als Dressurreiterin kann ich nur neben der Saison teilnehmen." Ihre Katze Enny vom Löllmannshof heimst bei ihrer Premiere gleich zwei Preise ein: „Einen Publikumspreis und eine Richterauszeichnung", sagt Block zufrieden. Molly ist eine Rarität Eine andere Rarität im KuKs ist die einzige europäische Hauskatze Molly. „Eine Hauskatze dabei zu haben, macht uns immer stolz", sagt Rüggeberg. „Weil es sich dabei um die Urkatze handelt." Doch die Erklärung für ihre Teilnahme ist einfach: „Molly ist die Katze meiner fünfjährigen Tochter Kira", erklärt Nadja Dietze aus Haan. „Sie begleitet nur unseren Norweger Khaleesi". Die Richter beurteilen die Katzen nach den vorgegebenen Rassestandards (Augen, Körperbau, Fell, Farbe, Ohrenstand). In jeder Kategorie nominieren sie ihren Favoriten, die dann in der „Best-in-Show" wiederum gegeneinander antreten. Am Ende wird die beste Katze der Ausstellung gekürt. Am Samstag war das der norwegische Waldkater „Sneaker vom Hexenbrocken" von Angelika Schwöppe aus Lengerich. „Dass ein Jungkater mit sieben Monaten schon beste Katze der Show wird, ist sehr, sehr selten", betont Rüggeberg.

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