Jan Partmann und Melanie Kunert haben in der Sennestädter Kreuzkirche den Bund fürs Leben geschlossen. "Diese Kirche ist ein idealer Ort für die Trauung", findet der frischgebackene Ehemann. - © FOTO: SIBYLLE KEMNA
Jan Partmann und Melanie Kunert haben in der Sennestädter Kreuzkirche den Bund fürs Leben geschlossen. "Diese Kirche ist ein idealer Ort für die Trauung", findet der frischgebackene Ehemann. | © FOTO: SIBYLLE KEMNA

Sennestadt "Diese Kirche hat Charakter"

Immer mehr Paare lassen sich in der historischen Kreuzkirche trauen

VON SIBYLLE KEMNA

Sennestadt. Wenn die Glocken der Kreuzkirche im Sommer an einem Freitag oder Samstag läuten, geben sie oft Braut und Bräutigam das Geleit. Die 1894 erbaute kleine Kirche erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Hochzeiten.

Das Glockenläuten verstummt. Rund 100 Menschen in der Kirche stehen auf, um zu beobachten, wie Melanie Kunert im wunderschönen Brautkleid von ihrem Vater Matthias zum Altar geführt wird. Dort wartet mit klopfendem Herz ihr zukünftiger Gatte Jan Partmann. Gleich zwei Priester gestalten den Gottesdienst, denn die Braut ist katholisch und der Bräutigam evangelisch.

"Meine Frau und ich wollten uns 1985 auch hier ökumenisch trauen lassen, aber das hat man uns damals verwehrt", erzählt der Vater der Braut, der sich sehr freut, nun in der Kreuzkirche eine ökumenische Trauung bei seiner Tochter zu erleben. "Diese Kirche ist einfach bezaubernd, von der Optik und vom Alter her. Die hat Charakter", schwärmt Kunert.

Auch der in Brackwede geborene Bräutigam findet, dass das Wahrzeichen der ehemaligen Landgemeinde Senne II ein idealer Ort für die Trauung ist. Am Rande des Sennestädter Zentrums liegt sie wie eine Insel der Ruhe, trotz des Verkehrs der B68. Gut erreichbar, freundlich und einladend. "Sie ist relativ klein und ermöglicht so eine gewisse Privatsphäre: Man ist unter sich, und die Kirche ist trotzdem gut gefüllt." Außerdem gefällt ihm die Holzvertäfelung. "Das erinnert mich an eine Schifferkirche."

Der Gottesdienst hat wirklich einen sehr privaten Charakter. Pfarrer Matthias Dreier erzählt, wie sich das Brautpaar kennen- und liebengelernt hat und wie sie im Lauf der neun Jahre Beziehung immer mehr zusammengewachsen sind. Pastor Herbert Bittis verteilt eine Zeichnung von Miro und lässt die Festgemeinde über die Aussage des Bildes nachdenken, bevor er es interpretiert und in Bezug setzt zum Brautpaar und ihrem Versprechen vor Gott.

Trotz der allgemein sinkenden Zahl der Trauungen, auch in Sennestadt, stieg in diesem Jahr die Zahl der Hochzeiten in der Kreuzkirche. Von sieben Hochzeiten 2008 ging die Zahl zunächst insgesamt herunter in 2010 auf sechs und 2012 auf fünf. Doch in diesem Jahr haben bereits sechs Brautpaare sich in der Kreuzkirche das Ja-Wort gegeben und vier stehen noch an. Außerdem werden drei Goldene Hochzeiten gefeiert. "Wir freuen uns sehr über diesen Trend, beweist er doch, wie gut diese Kirche angenommen wird", sagt der erste Vorsitzende des Fördervereins der Kreuzkirche, Henry Schmidt. Er wünscht sich, dass im kommenden Jahr, in dem die Kirche 120 Jahre alt wird, noch mehr Trauungen hier stattfinden werden.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group